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Goldman Sachs verschiebt BoE-Zinssenkungsprognose wegen Energiepreisen erneut

Zum zweiten Mal in diesem Monat passt Goldman Sachs seine Erwartungen für britische Leitzinssenkungen nach hinten an.

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Goldman Sachs verschiebt BoE-Zinssenkungsprognose wegen Energiepreisen erneut

Goldman Sachs hat seine Prognose für Zinssenkungen der Bank of England (BoE) innerhalb weniger Wochen zum zweiten Mal revidiert. Als Hauptgrund nennt die US-Investmentbank gestiegene Energiepreise, die in ganz Europa die Inflation antreiben und die britischen Währungshüter zur Zurückhaltung zwingen dürften.

Konkret erwartet Goldman Sachs nun drei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte: im Juli und November 2025 sowie im Februar 2027. Eine frühere Lockerung auf der BoE-Sitzung am 30. April bleibt zwar möglich, falls der Energieschock rasch nachlässt – doch die Bank dürfte nach Einschätzung der Analysten lieber auf eindeutigere Konjunkturdaten warten.

Der geldpolitische Ausschuss der BoE (Monetary Policy Committee, MPC) steht damit vor einem schwierigen Abwägen: Einerseits belasten Energiepreissprünge, die teilweise mit dem anhaltenden Nahostkonflikt zusammenhängen, die Inflationsaussichten. Andererseits schwächt sich die britische Konjunktur ab und erhöht den Druck auf eine baldige Lockerung.

Mehrere Banken revidieren ihre BoE-Prognosen

Goldman Sachs ist mit dieser Einschätzung nicht allein. Auch Standard Chartered und Morgan Stanley haben ihre Erwartungen für eine geldpolitische Lockerung durch die BoE nach hinten verschoben. Beide Häuser rechnen nun erst im zweiten Quartal 2025 mit der ersten Zinssenkung der britischen Zentralbank.

Goldman Sachs geht davon aus, dass sich der britische Leitzins bis Anfang 2027 bei 3,0 Prozent einpendeln wird. Aktuell liegt der Leitzins bei 4,5 Prozent, nachdem die BoE ihn zuletzt im Februar 2025 gesenkt hatte. Für deutsche Anleger und Unternehmen mit Großbritannien-Exposure ist die Entwicklung relevant, da sie Wechselkurs und Refinanzierungskosten beeinflusst.

In einem Negativszenario – sollten sich die Energiepreise und die Inflationsdynamik weiter verschlechtern – hält Goldman Sachs sogar nur eine einzige Zinssenkung im gesamten Jahr 2025 für möglich. Im schlimmsten Fall könnten die Zinsen in diesem Jahr unverändert bleiben. Dies verdeutlicht die erhebliche Unsicherheit, mit der Notenbanken derzeit weltweit konfrontiert sind.

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