Türkische Zentralbank hält Zinsen trotz Energiepreisschock stabil
Die CBRT beließ den Leitzins unverändert und setzt auf eine bereits vollzogene Straffung von 300 Basispunkten.

Die türkische Zentralbank (CBRT) hat ihren Leitzins am Donnerstag unverändert gelassen. Die Währungshüter signalisierten damit, dass die jüngsten Anpassungen im Rahmen ihres Zinskorridors ausreichen, um dem aktuellen Energiepreisschock entgegenzuwirken.
Konkret hatte die CBRT bereits eine effektive geldpolitische Straffung von 300 Basispunkten über ihren Zinskorridor vollzogen. Als direkte Reaktion auf den sprunghaften Anstieg der Energiepreise setzte die Notenbank zudem die einwöchigen Repo-Auktionen aus, die bislang zu einem Zinssatz von 37 Prozent angeboten wurden.
Banken müssen teurere Liquidität zapfen
Geschäftsbanken sind nun gezwungen, sich ihre Liquidität über die Spitzenrefinanzierungsfazilität der CBRT zu beschaffen – zu einem höheren Zinssatz von 40 Prozent. Diese Verschiebung erhöht die durchschnittlichen Refinanzierungskosten der türkischen Banken spürbar und wirkt damit wie eine indirekte Zinserhöhung.
Die Entscheidung verdeutlicht, dass die CBRT die bestehenden Straffungsmaßnahmen vorerst für ausreichend hält. Dennoch bleibt die Lage angespannt: Sollten die Energiepreise auf erhöhtem Niveau verharren, dürfte die Notenbank zu weiteren geldpolitischen Schritten gezwungen sein.
Für deutsche Anleger mit Blick auf Schwellenmärkte ist die Entwicklung in der Türkei relevant, da die türkische Lira und türkische Anleihen empfindlich auf geldpolitische Signale reagieren. Die CBRT steht seit Jahren unter Beobachtung, nachdem unorthodoxe Zinspolitik in der Vergangenheit für massive Währungsturbulenzen gesorgt hatte.
