Reuters-Umfrage: Fed senkt Zinsen erstmals im Juni 2025
Ökonomen erwarten erste US-Zinssenkung trotz wachsender Inflationsrisiken durch Ölpreisanstieg im Nahen Osten.

Die US-Notenbank Federal Reserve wird ihre Zinsen erstmals im Juni 2025 senken – das erwartet die Mehrheit der von Reuters befragten Ökonomen. Die Experten halten an dieser Prognose fest, obwohl der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran erhebliche Risiken für die Energiemärkte und damit für die Inflation birgt.
Besonders beunruhigend: Die weltweiten Ölpreise sind bereits um rund 40 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg hat die Rendite der zinssensitiven zweijährigen US-Staatsanleihen um fast 30 Basispunkte nach oben getrieben – ein deutliches Signal, dass die Märkte steigende Inflationserwartungen einpreisen.
Zins-Futures verschieben Erwartungen
Auch an den Terminmärkten spiegelt sich die veränderte Lage wider. Die Preisfeststellung bei Zins-Futures hat sich für die erste erwartete Fed-Zinssenkung nach hinten verschoben, was die zunehmende Unsicherheit unter Investoren unterstreicht. Dennoch bleibt der Juni als wahrscheinlichster Zeitpunkt für eine erste Lockerung der Geldpolitik im Konsens der Ökonomen bestehen.
Für deutsche Anleger ist die Fed-Politik von unmittelbarer Bedeutung. Zinsentscheidungen der US-Notenbank beeinflussen Wechselkurse, internationale Kapitalströme und damit auch europäische Aktien- und Anleihemärkte spürbar. Ein verzögerter oder ausbleibender Zinssenkungszyklus in den USA könnte den Euro unter Druck setzen und US-Anleihen attraktiver machen.
Die erhöhte Inflation in den USA ist weiterhin ein zentrales Thema. Störungen auf den Energiemärkten durch geopolitische Konflikte könnten die Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung zunichtemachen und die Fed zwingen, länger an einem restriktiveren Kurs festzuhalten. Die Notenbank steht damit vor einem klassischen Dilemma: Wachstum stützen oder Preisstabilität sichern.
