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Goldman Sachs: Spanien glänzt, Italien kämpft bis 2026

Goldman Sachs prognostiziert für Südeuropa eine anhaltende Widerstandsfähigkeit bis 2026. Während Spanien mit 2,4% Wachstum die Eurozone übertreffen soll, wird Italien nur 0,7% erreichen.

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Goldman Sachs: Spanien glänzt, Italien kämpft bis 2026

Die südeuropäischen Volkswirtschaften bleiben bis 2026 robust, doch die Schere zwischen Spanien und Italien öffnet sich weiter. Dies geht aus einer aktuellen Analyse von Goldman Sachs hervor. Die US-Investmentbank sieht Spanien als klaren Wachstumssieger mit einem prognostizierten BIP-Zuwachs von 2,4 Prozent – deutlich über dem Marktkonsens und dem Eurozone-Durchschnitt.

Italien hingegen muss sich mit mageren 0,7 Prozent Wachstum begnügen. "Südeuropa hat seit der Pandemie den Rest der Eurozone übertroffen", konstatieren die Goldman-Analysten. Als Treiber nennen sie starken Konsum, robuste Investitionen und Rekordbeschäftigungsquoten.

Fiskalische Wende in Sicht

Ein bemerkenswerter Trend: Alle südeuropäischen Länder streben 2026 einen positiven Primärsaldo an. Für Spanien wäre dies der erste seit 19 Jahren – ein historischer Meilenstein. Die spanische Schuldenquote soll um fünf Prozentpunkte sinken, während Italiens Quote zunächst steigt, bevor sie sich nach 2026 stabilisiert.

Die fiskalische Straffung wird durch zwei Faktoren abgefedert: Die letzten Mittel aus dem Europäischen Wiederaufbaufonds fließen noch, und Italien erhöht seine Verteidigungsausgaben. Goldman Sachs rechnet damit, dass das nominale Wachstum in den meisten EMU4-Ländern über den durchschnittlichen Schuldenkosten bleiben wird – mit Ausnahme Italiens.

Investitionen bleiben Motor des Wachstums

Die Investitionstätigkeit zeigt sich bis 2025 robust. In beiden Ländern wuchsen die Investitionsausgaben (ohne Wohnungsbau) stärker als das BIP. Besonders widerstandsfähig erwiesen sich Ausgaben für Maschinen und geistiges Eigentum. Goldman Sachs erwartet, dass dieser Trend anhält und die Investitionslücke zum Rest der Eurozone 2026 geschlossen wird.

Produktivität: Die kritische Divergenz

Hier offenbart sich die fundamentale Schwäche Italiens: Das Land verzeichnet seit 2022 sinkende Produktivität und über 30 Jahre keine Zuwächse bei der Arbeitsproduktivität. Spanien hingegen profitiert von starkem Wachstum in wertschöpfungsintensiven Dienstleistungen wie Finanzwesen, IKT und professionellen Services. Zudem führt Spanien KI-Technologien schneller ein als die meisten europäischen Partner.

Demografie begünstigt Spanien

Auch demografisch liegt Spanien vorn. Die Nettozuwanderung treibt das Wachstum der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und verbessert das durchschnittliche Humankapital. Der Altenquotient wird in Spanien in den nächsten fünf Jahren zwar steigen, aber unter dem Eurozone-Durchschnitt und deutlich unter Italiens Niveau bleiben.

Politik als Unsicherheitsfaktor

Politisch zeigt sich ein paradoxes Bild: Italiens Regierungskoalition unter Giorgia Meloni erzielt nach fast 40 Monaten im Amt bessere Umfragewerte als bei der Wahl. Spaniens Regierung hingegen scheiterte zwei Jahre in Folge an der Haushaltsverabschiedung, verliert in Umfragen und könnte vor vorgezogenen Wahlen stehen.

Anleihemärkte bleiben stabil

Trotz dieser Unterschiede erwarten Goldman Sachs' Zinsstrategen stabile Spreads bei Staatsanleihen. Die 10-jährigen BTP-Bund-Spreads sollen bis Ende 2026 bei 75 Basispunkten liegen, Bonos-Bund-Spreads bei 55 Basispunkten. Bei Aktien bleiben die Strategen für beide Märkte neutral, sehen aber Chancen bei inländisch exponierten Titeln aufgrund attraktiver Bewertungen.

Konsum als Stütze

Das Konsumwachstum wird in Spanien optimistisch bei rund drei Prozent verharren. In Italien soll es sich im Laufe des Jahres 2026 beschleunigen, getragen von überdurchschnittlichem Wachstum des verfügbaren Realeinkommens und einem stabilen Arbeitsmarkt. Der robuste Arbeitsmarkt bleibt damit ein Schlüsselfaktor für die Widerstandsfähigkeit beider Volkswirtschaften.

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