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US und Japan bündeln Kräfte gegen Yttrium-Engpässe aus China

Beide Länder beraten über Sicherung der Lieferketten für das strategische Seltenerdmetall vor dem Xi-Besuch in Washington.

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US und Japan bündeln Kräfte gegen Yttrium-Engpässe aus China

Angesichts wachsender Spannungen im Handelskonflikt haben hochrangige Vertreter der USA und Japans konkrete Strategien zur Sicherung der Lieferketten für Yttrium erörtert. Wie aus einem Reuters vorliegenden Dokument hervorgeht, fand das Treffen am 10. September statt – nur zwei Wochen vor dem geplanten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping in Washington. Geleitet wurden die Gespräche vom US-Energieministerium sowie vom japanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI). Im Zentrum stand die wachsende Abhängigkeit von chinesischen Exporten bei dem für die Luft- und Raumfahrt sowie die Halbleiterproduktion essenziellen Seltenerdmetall.

Yttrium gilt als schwer ersetzbar und ist entscheidend für hitzebeständige Beschichtungen in Triebwerken sowie für Werkzeuge in der Halbleiterfertigung. Die chinesische Regierung hatte als Reaktion auf die US-Zölle vom April 2025 ein restriktives Lizenzsystem für kritische Mineralien eingeführt. Damit geriet ein Rohstoff ins Visier der Handelspolitik, der in kleinen Mengen eingesetzt wird, aber ganze Wertschöpfungsketten zum Erliegen bringen kann.

Obwohl Xi Jinping nach einem Gipfel im vergangenen Oktober in Busan eine Lockerung der Exporte im Austausch für den Abbau von US-Handelsbarrieren zugesagt hatte, bleibt die Umsetzung laut Zolldaten lückenhaft. So wurden in den Monaten Januar, Mai und Juni dieses Jahres keine Yttrium-Lieferungen in die USA verzeichnet – mit spürbaren Folgen. In Schlüsselindustrien kam es zu Produktionsstopps.

Strategische Schlüsselrolle trotz geringer Mengen

Experten betonen die überproportionale Bedeutung des Metalls. Mahnaz Khan vom Silverado Policy Accelerator weist darauf hin, dass Yttrium trotz geringer Mengen eine strategische Schlüsselrolle einnimmt, da dessen Fehlen ganze Produktionslinien in der Automobil- und Luftfahrtindustrie lahmlegen kann. Genau diese Verwundbarkeit macht den Rohstoff zu einem machtvollen Hebel im eskalierenden Handelsstreit zwischen Washington und Peking.

Besonders kritisch ist die Lage in Japan, wo sich die diplomatischen Beziehungen zu Peking nach Äußerungen von Premierministerin Sanae Takaichi zur Sicherheit Taiwans verschlechtert haben. Über zwei Drittel der japanischen Unternehmen, die sich in Börsenberichten zu Seltenerden äußerten, gaben an, dass die chinesischen Exportkontrollen ihr Geschäft negativ beeinflussen. Die chinesische Botschaft verteidigte die Maßnahmen ihrerseits als rechtmäßig und im Einklang mit internationalen Standards.

Diplomatische Annäherung vor dem Xi-Besuch

Währenddessen bereitet sich Washington auf den bevorstehenden Staatsbesuch von Xi Jinping vor. Neben den Handelsstreitigkeiten stehen Themen wie Künstliche Intelligenz, der Iran und die Taiwan-Frage auf der Agenda. Finanzminister Scott Bessent kündigte bereits an, dass die beiden Nationen ihren bilateralen Handelswaffenstillstand bis Mitte Januar verlängern werden.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von hoher Relevanz, denn Yttrium und andere Seltenerdmetalle sind kritische Vorprodukte für die hiesige Automobil-, Maschinenbau- und Halbleiterindustrie. Exportkontrollen wirken sich mittelbar auf Lieferketten und Produktionskosten aus. Ob der diplomatische Rahmen ausreicht, um die Versorgungssicherheit bei kritischen Mineralien dauerhaft zu gewährleisten, bleibt abzuwarten. Das US-Energieministerium betonte lediglich, man wolle die Partnerschaft mit Japan vertiefen, um durch neue Projekte die globale Energie- und Rohstoffsicherheit zu diversifizieren.

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