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Deutsche Industrie: Auftragsplus von 5,6% im November 2025

Die deutsche Industrie verzeichnet im November 2025 überraschend starke 5,6 Prozent mehr Aufträge – das höchste Plus seit fast einem Jahr. Ökonomen hatten mit einem Rückgang gerechnet.

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Deutsche Industrie: Auftragsplus von 5,6% im November 2025

Die deutsche Industrie hat im November 2025 einen kräftigen Auftragsschub erhalten. Das Statistische Bundesamt meldete einen saison- und kalenderbereinigten Anstieg von 5,6 Prozent gegenüber dem Vormonat – das stärkste Wachstum seit Dezember 2024. Experten hatten hingegen mit einem Minus von 1,0 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich legten die Bestellungen sogar um beachtliche 10,5 Prozent zu.

Großaufträge treiben das Wachstum

Die positive Entwicklung ist maßgeblich auf hohe Volumina an Großaufträgen zurückzuführen. Ohne diese Sondereffekte hätte das Plus lediglich 0,7 Prozent betragen. Besonders stark profitierten die Hersteller von Metallerzeugnissen mit einem Zuwachs von 25,3 Prozent sowie der sonstige Fahrzeugbau – dazu zählen Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge – mit einem Plus von 12,3 Prozent. Analysten sehen vor allem im Rüstungssektor einen wesentlichen Treiber, der auch in den kommenden Monaten prägend bleiben dürfte.

Experten sehen Trendwende

Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zeigte sich erfreut: "Endlich mal eine Zahl von der deutschen Konjunktur, an der es nichts zu meckern gibt." Er wertet die Entwicklung als "echtes Zeichen für eine mögliche Trendwende der Konjunktur". Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), sieht in dem Auftragsplus ein weiteres Indiz dafür, dass steigende Staatsausgaben die Wirtschaft 2026 ankurbeln werden. Dullien hält das neue Jahr für die deutsche Industrie für potenziell deutlich besser als 2025, gestützt durch höhere Rüstungsausgaben und Infrastrukturinvestitionen.

Inlands- und Auslandsnachfrage steigen

Die Nachfrage aus dem Inland legte im November um 6,5 Prozent gegenüber dem Vormonat zu, während die Auslandsnachfrage um 4,9 Prozent wuchs. Besonders stark entwickelten sich die Bestellungen aus der Euro-Zone mit einem Plus von 8,2 Prozent, während die Aufträge aus dem Rest der Welt um 2,9 Prozent zulegten. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich (September bis November) lag der Auftragseingang um 4,0 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor.

Ausblick bleibt gedämpft

Trotz der starken Novemberzahlen ist die Fortsetzung dieses Tempos ungewiss. Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe hatte sich vor dem Jahreswechsel wieder eingetrübt. Das Münchner ifo Institut berichtete in seiner Unternehmensumfrage, dass die Zahl der Neuaufträge im Dezember gesunken sei und "kaum eine Branche davon ausgenommen" sei. Die Unternehmen planten demnach, die Produktion zurückzufahren. Ob der positive Trend aus dem November nachhaltig ist, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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