ANZEIGE

Frankreichs Notenbankchef: Keine EZB-Intervention nötig

Moulin weist Forderungen nach EZB-Hilfe zurück und kritisiert "Trump-Stil"-Drohungen aus dem linken Lager.

•• 3 Min
Frankreichs Notenbankchef: Keine EZB-Intervention nötig

Der Chef der französischen Zentralbank, Emmanuel Moulin, hat sich scharf gegen Drohungen des linksradikalen Präsidentschaftskandidaten Jean-Luc Mélenchon gewehrt und zugleich jede Notwendigkeit einer Intervention der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Stabilisierung des französischen Anleihemarkts ausgeschlossen. Die steigenden Finanzierungskosten Frankreichs und der Streit um die Sanierung der öffentlichen Finanzen entwickeln sich damit zum wachsenden Fokus im Wahlkampf vor der Abstimmung im kommenden Frühjahr.

Mélenchon, Kandidat von La France Insoumise ("Frankreich nicht gebeugt"), hatte Moulin Anfang der Woche auf der Plattform X scharf angegriffen. Er warf ihm einen "Verratstat" vor und forderte eine strafrechtliche Verfolgung, nachdem Moulin ein implizites Eingreifen in die Politik und das Schüren von Angst vorgeworfen worden war. Zuvor hatte Moulin in am Montag veröffentlichten Kommentaren gegenüber der Financial Times vor dem Risiko gewarnt, dass Frankreich von den Zinssätzen "erstickt" werde, und Maßnahmen zur Sanierung der öffentlichen Finanzen angemahnt.

Moulin verweist auf Trumps Amerika

"Ich lasse mich nicht einschüchtern und werde weiterhin sagen, was ich denke, innerhalb meines Mandats", sagte Moulin am Mittwoch im Radiosender France Inter mit Blick auf Mélenchons Kommentare. "Bisher kannte ich nur ein Land, in dem versucht wurde, den Leiter der Zentralbank einzuschüchtern, es ist in [Donald] Trumps Amerika, mit Jay Powell."

Moulin erklärte zudem, dass die EZB nicht eingreifen müsse. Zuvor hatte Marine Le Pen, die Spitzenkandidatin der rechtsextremen Partei, die Zentralbank aufgefordert, einzugreifen, sobald Frankreichs öffentliche Finanzen wieder stabil seien, ohne jedoch zu spezifizieren, wie dies geschehen solle. "Die Voraussetzungen für eine Intervention der EZB sind derzeit nicht gegeben", sagte Moulin gegenüber France Inter. "Sie ist nicht da, um die Haushaltsprobleme der Länder zu lösen, sondern um gegen die Inflation zu kämpfen und die Inflation bei rund 2 Prozent zu halten", fügte er hinzu.

Der Verweis auf Powell ist bemerkenswert: Bevor dieser im Mai als Fed-Vorsitzender zurücktrat, war er wiederholt Angriffen der Trump-Regierung ausgesetzt. Die Kritik hat seither angehalten, wobei der US-Präsident im vergangenen Monat sagte, Powell, der weiterhin Mitglied des Fed-Rates ist, solle zum Rücktritt gezwungen werden. Diese Bemerkungen fielen selbst nach einer Untersuchung eines 2,5-Milliarden-Dollar-Renovierungsprojekts am Hauptsitz der Zentralbank in Washington, bei der keine Hinweise auf strafrechtliche Verfehlungen gefunden wurden.

Anleiherenditen steigen erneut

Moulin bestritt, dass er mit seiner Warnung vor den Risiken für Frankreich implizit auf Vorschläge von Mélenchon oder anderen Parteien angespielt habe. Er betonte die Notwendigkeit, den von der Regierung vorgeschlagenen Haushalt für 2027 zu verabschieden, der dazu beitragen würde, das öffentliche Defizit wieder auf 5 Prozent zu senken.

Die Renditen französischer Anleihen kletterten am Mittwoch erneut, als der Markt einen Teil seiner jüngsten Erholung zurückgab. Die Renditen zehnjähriger Anleihen, die sich invers zu den Preisen bewegen, stiegen um 0,12 Prozentpunkte auf 4,87 Prozent. Die eng beobachtete Differenz zu zehnjährigen deutschen Bundesanleihen, die in der vergangenen Woche kurzzeitig über 1,5 Prozentpunkte gestiegen war – ihr höchster Stand seit der Eurokrise – lag wieder bei fast 1,4 Punkten.

Laut einigen Umfragen liegt Mélenchon knapp hinter der Qualifikation für eine Stichwahl im Mai gegen Le Pen, obwohl er als unwahrscheinlicher Gewinner gilt. Er hat Vorschläge wie das Werfen einiger französischer Schulden "auf den Scheiterhaufen" oder die Stornierung einiger Anleihen als einen Weg zur Verbesserung der Zinsbelastung Frankreichs befürwortet. Mélenchon verstärkte seine Aussagen am Mittwoch als Antwort auf Moulin: "Wo sonst auf der Welt gibt ein Zentralbanker, der von niemandem gewählt wurde, politische Meinungen darüber ab, wie das Land geführt wird?", sagte er auf X.

Le Pen präsentierte am Dienstag die eigenen Haushaltspläne ihrer Partei, die darauf abzielen, das Defizit zu senken, und plädiert – anders als Mélenchon – für Ausgabenkürzungen, obwohl viele Ökonomen gesagt haben, dass einige ihrer Vorschläge nicht standhalten. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in Frankreich von Bedeutung, da die Renditedifferenz zu Bundesanleihen ein zentraler Indikator für die Stabilität der Eurozone ist. Ein dauerhaft hoher Spread würde die Refinanzierungskosten des zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft belasten und könnte die EZB unter Druck setzen – auch wenn Moulin dies derzeit ausschließt.

Frankreich AnleihenEzb InterventionEmmanuel MoulinJean-Luc MélenchonFranzösische StaatsanleihenAnleiherenditenMarine Le PenEurokrise Spread

Meistgelesene News

  1. Ukraine-Roboterangriff im Donbas deckt Schwachstelle in Putins Kriegsmaschinerie auf
  2. XRP-Preisprognose: Was Anleger in den nächsten drei Jahren erwarten
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. BASF im Umbruch: Evonik-Übernahme und EU-Batterie-Regeln
  5. Rohöl kehrt zu Vorkriegsniveau zurück – Dieselpreise bleiben Rekordhoch

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.