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Frankreich unterstützt Klaas Knot als EZB-Chef – unter einer Bedingung

Paris würde den Niederländer als Lagarde-Nachfolger mittragen, will aber den Chefvolksposten besetzen.

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Frankreich unterstützt Klaas Knot als EZB-Chef – unter einer Bedingung

Frankreich würde den Niederländer Klaas Knot zur Nachfolge von Christine Lagarde als Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) unterstützen – allerdings unter einer klaren Bedingung. Der einflussreiche Posten des EZB-Chefvolkswirts soll im Gegenzug an einen französischen Kandidaten gehen. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters.

Der informelle Vorschlag genießt die Unterstützung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, wie die Quellen weiter mitteilten. Er dürfte jedoch auf erbitterten Widerstand aus Deutschland stoßen, was die Bühne für politisches Ringen um hohe Einsätze unter den politischen und wirtschaftlichen Schwergewichten der Eurozone bereitet.

Das Büro von Macron gab zunächst keine Stellungnahme zu einer Anfrage zur Kommentierung ab, während Knot sich weigerte, zu kommentieren. Auch das niederländische Finanzministerium war nicht sofort für Kommentare erreichbar.

Wettlauf um die EZB-Spitze

Der Wettlauf um die Nachfolge hat in den letzten Wochen an Dynamik gewonnen, nachdem Spekulationen aufgekommen waren, dass Lagarde und ihre Kollegin im Direktorium, Isabel Schnabel, beide vor Ablauf ihrer Amtszeiten Ende 2027 zurücktreten könnten. Dies würde eine Neubesetzung an der Spitze der EZB beschleunigen.

Der EZB-Präsident und fünf weitere Mitglieder des Direktoriums werden im Konsens von den Führungen der 21 Länder des Währungsblocks ernannt. Die drei größten Volkswirtschaften – Deutschland, Frankreich und Italien – haben dabei eine de-facto-permanente Vertretung inne.

Ein früherer Austritt von Lagarde, die Französin ist, und Deutschlands Schnabel würde Entscheidungen beschleunigen, die eigentlich erst im kommenden Jahr getroffen werden sollten. Damit würden die Voraussetzungen für eine umfassende Einigung zur Besetzung ihrer Rollen sowie der Stelle des Chefvolkswirts Philip Lane geschaffen, dessen Amtszeit im Mai endet.

Nach dem Plan würde Knot – der die niederländische Zentralbank von 2011 bis 2025 leitete – mit Billigung Frankreichs das Präsidium übernehmen, so die Quellen. Sie sprachen unter der Bedingung der Anonymität, da solche Verhandlungen privat sind und der Vorschlag weiterhin informeller Natur bleibt.

Knot wird von Marktteilnehmern als Pragmatiker angesehen, der zwar tendenziell zu einer restriktiveren Geldpolitik neigt, aber flexibel genug ist, seine Kursrichtung entsprechend den Wirtschaftsdaten zu ändern. „Er ist ein Falke, aber auf intelligente Weise“, sagte ein französischer Beamter über Knot.

Der ehemalige spanische Bank-of-Spain-Gouverneur Pablo Hernández de Cos, der als Swing-Voter im geldpolitischen Ausschuss galt, wird als Knots Hauptrivale gesehen. Da de Cos jedoch aus Südeuropa stammt, würde seine Ernennung fast zwangsläufig bedeuten, dass eines der „sparsamen“ nordeuropäischen Länder der Eurozone die Rolle des Chefvolkswirts übernimmt, um das Kräftegleichgewicht zu wahren.

Wettbewerb um die Position des Chefvolkswirts

Im Gegenzug für die Unterstützung von Knot will Frankreich die Position des Chefvolkswirts – die vom EZB-Präsidenten aus den Mitgliedern des Direktoriums ausgewählt wird – selbst besetzen, so die Quellen. Sie nannten Agnès Bénassy-Quéré, stellvertretende Gouverneurin der Banque de France, sowie Laurence Boone, ehemalige Chefökonomin der OECD und Junior-Europa-Ministerin in einer früheren Regierung Macron, als Namen auf der Kurzliste von Paris.

Helene Rey, die derzeit am Bank for International Settlements tätig ist, ist ein weiterer Name, der von Paris ins Spiel gebracht wurde, so die Quellen. Die Ernennung einer von ihnen würde dazu beitragen, das Geschlechterverhältnis im EZB-Direktorium zu wahren, wo Lagarde und Schnabel derzeit die einzigen Frauen sind.

Dieses Manöver riskiert jedoch sofortige Gegenwehr aus Berlin. Während der Vorschlag Deutschland den vakanten Sitz von Schnabel und ihr Portfolio für Marktoperationen belassen würde, haben Beamte dort auch die Position des Chefvolkswirts im Visier, die weithin als zweitbeeinflussendste Posten des Gremiums gilt.

Frankreichs wachsende Schuldenprobleme haben Paris bestrebt gemacht, die Hebel der Geldpolitik der Eurozone fest in der Hand zu behalten. Das weniger verschuldete und wirtschaftlich orthodoxere Deutschland ist indes vorsichtig gegenüber jeder Abschwächung des Engagements der EZB für Preisstabilität.

Lagarde hat geäußert, dass sie bis 2027 bleiben wird

Lagarde hat öffentlich Interesse daran signalisiert, sich vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich im nächsten Jahr für die europäische Integration einzusetzen, bei der die euroskeptische rechtsextreme Führungspersönlichkeit Marine Le Pen stark abschneidet. Der Rücktritt vor der Wahl im Mai würde Macron eine entscheidende Stimme bei der Auswahl von Lagardes Nachfolger garantieren, bevor er sein Amt verlässt.

Lagarde hat es vermieden, Gespräche über einen frühen Austritt vollständig zu dementieren, und sagte lediglich: „Man wird mich nicht vor 2027 hinter sich lassen.“ Medienberichte haben sie häufig mit der Führung des Weltwirtschaftsforums in Verbindung gebracht.

Schnabel hat sich nicht zu einem Bericht der deutschen Handelsblatt geäußert, wonach sie in Gesprächen über eine führende Position beim Internationalen Währungsfonds sei. Lagardes achtjährige Amtszeit endet formell Ende Oktober 2027, Schnabels Amtszeit zwei Monate später.

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