Britische Inflation steigt im August auf 3,1 Prozent an
Die Verbraucherpreise in Grossbritannien ziehen an – belastet durch steigende Energiepreise.

Die britische Inflation ist im August auf 3,1 Prozent gestiegen, wie das nationale Statistikamt am Mittwoch mitteilte. Im Juli hatte die jährliche Teuerungsrate noch bei 2,9 Prozent gelegen. Die Veröffentlichung erfolgt nur einen Tag vor der Zinsentscheidung der Bank of England (BoE), die ihre Leitzinsen voraussichtlich unverändert lassen wird.
Von Reuters befragte Ökonomen hatten mehrheitlich mit einem Anstieg auf 3,1 Prozent gerechnet. Als Hauptgrund nannten sie einen erneuten Anstieg der Energiepreise, der auf die Wiederaufnahme der Konflikte im Golf zurückzuführen ist. Die Prognose der Notenbank lag unter dem tatsächlichen Wert: Die BoE hatte im Juli noch eine jährliche Inflationsrate von 2,8 Prozent für August vorhergesagt.
Hintergrund der Teuerung
Der erneute Anstieg der Energiepreise belastet die britische Verbraucherwirtschaft bereits seit mehreren Monaten. Die geopolitischen Spannungen im Golf treiben die Rohölnotierungen nach oben, was sich direkt auf die Kraftstoff- und Heizkosten auswirkt. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in Grossbritannien von besonderem Interesse, da die Inflationsdynamik im Vereinigten Königreich häufig als Frühindikator für den Euroraum gilt.
Die Bank of England steht nun vor einer schwierigen Entscheidung. Einerseits zwingt die hartnäckig hohe Inflation die Währungshüter zu einer straffen Geldpolitik. Andererseits bremst das schwache Wirtschaftswachstum den Spielraum für weitere Zinserhöhungen. Marktbeobachter rechnen überwiegend damit, dass die BoE die Zinsen auf der morgigen Sitzung unverändert belassen wird.
Ausblick für Anleger
Für Anleger an den Finanzmärkten bleibt die Inflationsentwicklung in Grossbritannien ein zentraler Risikofaktor. Sollte die Teuerung weiter anziehen, könnten die Renditen britischer Staatsanleihen steigen und das Pfund Sterling gegenüber dem Euro an Wert gewinnen. Umgekehrt würde ein überraschend schwacher Inflationsausblick die Erwartung auf baldige Zinssenkungen nähren.
Die offiziellen Zahlen zeigen, dass die britische Wirtschaft weiterhin unter dem Druck steigender Lebenshaltungskosten steht. Die BoE wird in ihrer geldpolitischen Entscheidung am Donnerstag voraussichtlich eine abwartende Haltung einnehmen und die weitere Entwicklung der Verbraucherpreise genau beobachten.
