Revolut erhält Banklizenz in Kolumbien für Marktstart 2027
Britischer Fintech-Riese erhält grünes Licht und verdoppelt Investitionen auf 62 Millionen Dollar.

Der britische Fintech-Anbieter Revolut hat einen bedeutenden Meilenstein in seiner internationalen Expansion erreicht. Wie das Unternehmen am Dienstag in einer offiziellen Erklärung mitteilte, erhielt Revolut eine Banklizenz in Kolumbien. Der Marktstart in dem südamerikanischen Land ist für das Jahr 2027 geplant, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle gegenüber Reuters bestätigte.
Die kolumbianischen Bankaufsichtsbehorden erteilten die Lizenz, die laut Revolut den letzten regulatorischen Schritt vor dem operativen Start darstellt. Damit ist der Weg für den Eintritt des Fintech-Unternehmens in einen der wichtigsten Märkte Lateinamerikas frei.
Investitionen werden verdoppelt
Revolut kündigte zudem an, zusätzliche 62 Millionen US-Dollar in die digitale Bankeninfrastruktur und Finanztechnologie in Kolumbien zu investieren. Damit verdoppelt das Unternehmen sein ursprünglich geplantes Investitionsvolumen in dem Land. Die Mittel sollen unter anderem in den Aufbau lokaler Zahlungssysteme und die technologische Plattform fließen.
Die Entscheidung, die Investitionen aufzustocken, unterstreicht das strategische Interesse von Revolut am kolumbianischen Markt. Das Land mit rund 52 Millionen Einwohnern gilt als eines der dynamischsten Fintech-Zentren Lateinamerikas, mit einer wachsenden Nachfrage nach digitalen Finanzdienstleistungen.
Weltweit 80 Millionen Kunden
Revolut gab an, weltweit mehr als 80 Millionen Kunden zu haben. Das 2015 gegründete Unternehmen ist in zahlreichen Ländern aktiv und bietet Dienstleistungen wie Girokonten, Devisenhandel, Kryptowährungen und Versicherungen an.
Besonders bemerkenswert ist das Interesse aus der kolumbianischen Bevölkerung: Nahezu 200.000 Kolumbianer stehen bereits auf einer Warteliste, um die Dienste von Revolut nutzen zu können. Dies deutet auf eine hohe Nachfrage nach den digitalen Finanzprodukten des britischen Fintechs hin.
Expansionsstrategie in Lateinamerika
Der Markteintritt in Kolumbien ist Teil einer breiter angelegten Expansionsstrategie von Revolut in Lateinamerika. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren verstärkt in der Region investiert und seine Präsenz in mehreren Ländern ausgebaut.
Kolumbien bietet für Fintech-Unternehmen ein günstiges Umfeld: Die Regierung hat die Digitalisierung des Finanzsektors vorangetrieben, und die Akzeptanz von mobilen Zahlungslösungen ist in der Bevölkerung hoch. Dennoch bleibt der traditionelle Bankensektor in vielen Teilen des Landes dominant, was für Revolut als digitalem Anbieter erhebliche Wachstumschancen eröffnet.
Mit der gesicherten Banklizenz und den verdoppelten Investitionen positioniert sich Revolut nun für den geplanten Marktstart im Jahr 2027. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie das Unternehmen die Warteliste von knapp 200.000 Interessenten in aktive Kunden umwandeln kann.
