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Fed und BoE verschärfen Aufsicht über Banken nach Milliardenverlust

Regulierungsbehörden intensivieren Kontrolle der Bankenbeziehungen zu großen Handelsfirmen nach Marktturbulenzen.

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Fed und BoE verschärfen Aufsicht über Banken nach Milliardenverlust

Die Bank of England (BoE) und die US-Notenbank Federal Reserve haben ihre Überwachung der Bankenbeziehungen zu großen Handelsfirmen und Market Makern deutlich intensiviert. Wie aus Berichten der Financial Times hervorgeht, reagieren die Regulierungsbehörden damit auf jüngste Marktturbulenzen, bei denen der auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte Hedgefonds „Situational Awareness“ erhebliche Verluste verzeichnete.

Diese Verluste trafen wiederum das Handelsunternehmen Jane Street schwer. Das im vergangenen Jahr mit 40 Milliarden US-Dollar Umsatz als profitabelstes Handelshaus der Welt geltende Unternehmen musste im Juli einen Verlust von 15 Milliarden US-Dollar hinnehmen. Dieser Rückschlag war teilweise auf das Engagement bei dem von Leopold Aschenbrenner geführten Hedgefonds zurückzuführen.

Trotz dieses Verlustes konnte Jane Street bis Anfang August bereits wieder 40 Milliarden US-Dollar an Nettohandelserträgen erwirtschaften und damit das Rekordergebnis des Vorjahres übertreffen. Dennoch verdeutlicht das Ausmaß des Verlustes nach Ansicht von Marktbeobachtern, dass das Unternehmen, das unter anderem auch Anteile an Anthropic hält, deutlich höhere Risiken eingeht als ein klassischer Market Maker.

Hintergrund der verschärften Regulierung

Die Aufsichtsbehörden, darunter die Prudential Regulation Authority (PRA) der BoE, befragen nun weltweit tätige Banken zu ihrem Engagement bei großen Handelsfirmen wie Jane Street, Citadel Securities, Susquehanna und Hudson River Trading. Im Fokus steht dabei das Risikoprofil dieser Firmen, die Entwicklung der Banken-Exposures im Tagesverlauf sowie die Wirksamkeit der internen Risikokontrollen.

Die Regulierer wollen verstehen, wie diese Firmen Risiken in das Finanzsystem übertragen könnten. Seit dem Rückzug der Banken aus dem Eigenhandel nach der Finanzkrise 2008 haben sich spezialisierte Handelsfirmen rasant entwickelt. Während sie ursprünglich als Market Maker agierten, die durch das Stellen von An- und Verkaufskursen Gebühren verdienten, haben viele von ihnen ihr Geschäftsmodell auf den Eigenhandel mit direkten Wetten auf Marktbewegungen ausgeweitet.

Im Gegensatz zu klassischen Hedgefonds wie Millennium oder DE Shaw verwalten diese Firmen meist nur das Kapital ihrer Gründer und Mitarbeiter, was ihnen eine größere Risikofreiheit gegenüber externen Investoren ermöglicht. Banken spielen eine zentrale Rolle, indem sie diesen Firmen über Prime-Brokerage-Dienste Marktzugang, Hebelwirkung und Finanzierungen für Aktien- und Derivatgeschäfte gewähren.

Risiken für Banken und das Finanzsystem

Sollte ein Kunde ausfallen, drohen den Banken erhebliche Verluste. Die Regulierer können bei einer Einschätzung übermäßiger Risiken von den Banken verlangen, mehr hochliquide Vermögenswerte als Puffer vorzuhalten. Bereits im April hatte die PRA in ihrem Geschäftsplan gewarnt, dass steigende Intraday-Exposures bei der Finanzierung elektronischer Market Maker potenzielle Risiken bergen.

Zudem untersuchte die BoE in diesem Jahr das schnelle Wachstum bei der Finanzierung asiatischer Aktien durch Londoner Prime Broker, insbesondere im Kontext der massiven Kursgewinne bei KI-Werten wie SK Hynix. Die betroffenen Institutionen, darunter die Fed, die BoE und Jane Street, lehnten eine Stellungnahme zu den laufenden Untersuchungen ab.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von besonderem Interesse, da die Regulierungsverschärfung in London und New York auch Auswirkungen auf den europäischen Finanzmarkt haben könnte. Die enge Verflechtung der globalen Finanzsysteme bedeutet, dass Risiken, die bei großen Handelsfirmen entstehen, schnell auf andere Märkte übergreifen können. Die aktuellen Maßnahmen der Aufsichtsbehörden zielen darauf ab, genau diese systemischen Risiken frühzeitig zu identifizieren und einzudämmen.

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