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Fed könnte Zinsen erneut anheben: Was das für den Aktienmarkt bedeutet

Nach der ersten Zinserhöhung seit drei Jahren richtet sich der Blick auf die FOMC-Sitzungen im Oktober und Dezember.

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Fed könnte Zinsen erneut anheben: Was das für den Aktienmarkt bedeutet

Die US-Notenbank Federal Reserve hat im September die Zinssätze zum ersten Mal seit drei Jahren angehoben und den Zielkorridor um eine Viertelpunkterhöhung auf 3,75% bis 4,00% angesetzt. Damit ist eine geldpolitische Wende eingeleitet, die vor einem Jahr kaum jemand erwartet hatte: Damals ging man noch davon aus, dass die Zinssätze 2026 sinken würden, nicht steigen. Auslöser ist die stark gestiegene Inflation infolge des Iran-Krieges und die weiterhin hohe Inflationsrate.

Der Blick richtet sich nun auf das nächste Treffen des Federal Open Market Committee (FOMC) am 28. Oktober. Laut der CME FedWatch-Umfrage erwarten 17% der Zinsmarkt-Händler eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Oktober. Für die Sitzung am 6. Dezember steigt diese Erwartung auf 63%. Sollte die Erhöhung im Oktober also ausbleiben, sieht eine deutliche Mehrheit dennoch weitere Zinserhöhungen bis zum Jahresende.

Bemerkenswert ist die Reaktion des Aktienmarktes: Obwohl Märkte auf Zinserhöhungen typischerweise nicht positiv reagieren, erzielte der S&P 500 in der Woche nach der Fed-Sitzung am 16. September einen Kursgewinn von etwa 2%. In den Wochen vor der Sitzung war der Index allerdings um annähernd denselben Betrag gefallen, da Investoren die Zinserhöhung bereits eingepreist hatten. Kurzfristige Volatilität rund um Zinsentscheidungen ist damit vollständig erwartet.

Die Details

Die eigentliche Botschaft der Fed vom 16. September steckt nicht in der Zinsentscheidung selbst, sondern in den Zusammenfassungen der Projektionen, dem sogenannten Dot Plot. Dieses Instrument, bei dem die FOMC-Mitglieder den künftigen Zinsverlauf und verschiedene Wirtschaftsindikatoren durch konkrete Punkte auf einer Seite visualisieren, wird vierteljährlich veröffentlicht und bietet mehr Ansatzpunkte für die Analyse.

Das Dot Plot vom September zeigt ein deutlich anderes Bild als dasjenige von vor nur drei Monaten. Die FOMC-Mitglieder erwarten, dass die Inflation gemessen am Personal Consumption Expenditures Index (PCE) im Jahr 2027 stetig auf 2,3% und im Jahr 2028 auf 2,1% fallen wird. Gleichzeitig bleibt ihre Prognose für die Zinssätze im Sinne von „even higher for even longer“ bestehen. Konkret geht das September-Dot-Plot davon aus, dass der Leitzins für die Federal Funds Rate im Jahr 2027 unverändert bei 4,1% bleibt – also genau dort, wo er laut Projektion Ende 2026 enden soll.

Im Juni hatte das FOMC noch prognostiziert, dass der Zins Ende 2026 bei 3,8% liegen und Ende 2027 bei 3,6% abschließen würde, was einer einzigen Zinssenkung entsprechen würde. Im Dot Plot vom September erwartet das FOMC nun einen Zins von 3,9% im Jahr 2028 und von 3,6% im Jahr 2029. Im Wesentlichen werden also drei Jahre benötigt, um von dem aktuellen Niveau zu einer einzigen Zinssenkung zu gelangen. Das FOMC hatte im Juni noch einen Median-Zins von 3,4% im Jahr 2028 und einen Zins von 3,1% im Jahr 2029 projiziert.

Diese Zahlen sind nicht in Stein gemeißelt und können sich erheblich ändern, wie die vergangenen drei Monate gezeigt haben. Für Anleger sind sie dennoch ein wichtiger Orientierungspunkt, weil sie die Erwartungshaltung der Notenbank abbilden.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 06.06.2026 berichtete aktien.news, dass die Fed 2026 die Zinsen erhöhen könnte und welche Aktien davon profitieren. Damals hatte sich die Stimmung an den Finanzmärkten zu Beginn des Jahres 2026 dramatisch gewandelt: Während die meisten Experten zu Jahresbeginn noch mindestens ein oder zwei Zinssenkungen erwartet hatten, preiste der Markt inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 50% ein, dass der nächste Schritt der Fed eine Erhöhung statt einer Senkung sein würde.

Am 15.09.2026 meldete aktien.news, dass der Aktienmarkt trotz Zinserhöhung auf Rallye-Kurs war. Die Wall Street erwartete damals, dass die Federal Reserve unter Vorsitzendem Kevin Warsh die Leitzinsen anhebt, nachdem seine harte Rede gegen die Inflation in Jackson Hole im August auf eine Reihe heißer Inflationsberichte, einen Anstieg der Ölpreise und steigende Erwartungen für eine Viertelpunkt-Erhöhung gefolgt war. Der Markt preiste eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit ein, dass der Leitzins nach der Entscheidung am Mittwoch auf 3,75 bis 4,00 Prozent steigen würde.

Am 18.09.2026 berichtete aktien.news, dass die US-Notenbank die Zinssätze erstmals seit 2023 wieder angehoben hat. Unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh erhöhte das FOMC den Leitzins um einen Viertelpunkt. Es war die erste Zinserhöhung seit Anfang 2022 und markierte den Beginn eines neuen Zinserhöhungszyklus. Der Federal-Funds-Satz, der Overnight-Zinssatz für Banken untereinander, beeinflusst die meisten Zinssätze am Markt. Mit dem Schritt reagierte die Fed auf die weiter steigende Inflation, die sich immer weiter von ihrem Ziel von zwei Prozent annualisierten Preiserhöhungen entfernte.

Am 25.09.2026 folgte der Bericht, dass The Motley Fool sein Portfolio anpasst. Das US-Anlegerportal hatte am 17. September 2026 ein Video veröffentlicht, in dem der Autor auf die Zinsentscheidung einging und die daraus abgeleiteten Anpassungen seines eigenen Portfolios vorstellte. Betroffen waren die sogenannten „Magnificent 7“, der Cloud-Spezialist Nebius, der Fintech-Konzern SoFi sowie der Halbleiterhersteller Micron.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger, die in US-Aktien investiert sind, ist die US-Geldpolitik traditionell von großer Bedeutung, weil sie stark auf die internationalen Finanzmärkte ausstrahlt. Zinsänderungen in den USA beeinflussen Kapitalflüsse und Bewertungen weltweit. Das Szenario „higher for longer“ – also länger anhaltend höhere Zinsen – hat damit direkte Konsequenzen für die eigene Strategie.

Nach Einschätzung des Motley Fool ist deshalb keine Panik angebracht, sondern eine Anpassung der Strategie. Anleger sollten nach stabilen Unternehmen suchen, die gut kapitalisiert sind und über reichlich Cash sowie freien Cashflow verfügen. Höhere Zinsen erhöhen die Fremdkapitalkosten, sodass Unternehmen mit ausreichendem Kapital weiter in ihr Wachstum investieren können. Zudem lohnt der Blick auf Unternehmen mit Preismacht, die ihre Preise mindestens im Maß der Inflation oder darüber anheben können, um ihre Margen zu schützen und möglicherweise Marktanteile zu gewinnen.

Insgesamt sollten Anleger nach stabilen, hochwertigen Unternehmen zu angemessenen oder günstigen Bewertungen suchen. Diese sind besser in der Lage, die unvermeidliche Volatilität und Korrekturen zu navigieren. Von Vorteil ist es, wenn diese Aktien zuverlässige Dividenden ausschütten, da dies auf einen reichlichen Cashbestand hindeutet und die Dividenden reinvestiert werden können, um die Renditen zu steigern.

Wichtig ist zudem, keine drastischen Veränderungen vorzunehmen. Selbst wenn ein Anleger eine Wachstumsaktie hält, die stark überbewertet ist, sollten inkrementelle Änderungen erfolgen – keine All-in- oder All-out-Entscheidungen. Denn Märkte können sich wandeln, und eine emotionale Entscheidung über eine Aktie, in der zuvor langfristiger Wert gesehen wurde, ist selten ratsam.

Ausblick

Die nächsten konkreten Termine stehen bereits fest: Das FOMC trifft sich am 28. Oktober, die darauffolgende Sitzung ist für den 6. Dezember angesetzt. Laut CME FedWatch erwarten 17% der Marktteilnehmer eine Erhöhung um 25 Basispunkte im Oktober, während die Erwartung für den 6. Dezember auf 63% steigt. Sollte die Erhöhung im Oktober ausbleiben, rechnet eine deutliche Mehrheit dennoch mit weiteren Zinserhöhungen bis zum Jahresende. Wie sich die Projektionen darüber hinaus entwickeln, hängt von der weiteren Inflationsentwicklung ab – die vergangenen drei Monate haben gezeigt, wie schnell sich die Erwartungen ändern können.

Kurz erklärt

  • FOMC: Das Federal Open Market Committee ist das Gremium der US-Notenbank, das über die Leitzinsen entscheidet.
  • Dot Plot: Der Dot Plot ist eine vierteljährlich veröffentlichte Grafik, in der FOMC-Mitglieder ihre Zinsprognosen als Punkte eintragen.
  • Basispunkt: Ein Basispunkt ist ein Hundertstel eines Prozentpunkts und die übliche Maßeinheit für Zinsänderungen.
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