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EZB senkt Leitzins erneut um 0,25 Prozent

Inflation stabilisiert sich, Wirtschaft bleibt jedoch unter Druck

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EZB senkt Leitzins erneut um 0,25 Prozent

Die Europäische Zentralbank hat erneut die Leitzinsen gesenkt. Die Währungshüter beschlossen in ihrer heutigen Sitzung in Frankfurt, den am Finanzmarkt richtungsweisenden Einlagensatz um 0,25 Prozentpunkte von 3,00 auf 2,75 Prozent zu senken. Dies ist die fünfte Zinssenkung seit der geldpolitischen Wende im vergangenen Jahr. Banken erhalten diesen Zinssatz, wenn sie überschüssige Liquidität bei der Zentralbank parken.

Die Entscheidung erfolgte vor dem Hintergrund einer sich stabilisierenden Inflation. In ihrer jüngsten Prognose geht die EZB davon aus, dass das Inflationsziel von zwei Prozent im ersten Halbjahr nachhaltig erreicht wird. Im Dezember betrug die Teuerungsrate noch 2,4 Prozent. EZB-Präsidentin Christine Lagarde zeigte sich zuversichtlich, dass die Preisentwicklung weiterhin im angestrebten Rahmen bleibt. Die lockere Geldpolitik soll zudem die Konjunktur unterstützen, die zuletzt stagnierte.

Die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone gibt weiterhin Anlass zur Sorge. Laut dem europäischen Statistikamt wuchs die Wirtschaft im Gesamtjahr 2024 um lediglich 0,7 Prozent, während sie im vierten Quartal stagnierte. Insbesondere Deutschland, die größte Volkswirtschaft des Währungsraums, verzeichnete eine Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent sowohl im vierten Quartal als auch für das Gesamtjahr. Diese Entwicklung trug zur Entscheidung der EZB bei, die geldpolitischen Bedingungen zu lockern, um das Wachstum zu stimulieren.

Die Zinssenkung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Kreditkosten für Unternehmen und Verbraucher. Günstigere Finanzierungsbedingungen könnten Investitionen und Konsum anregen, wodurch sich das Wirtschaftswachstum schrittweise erholen könnte. Lagarde betonte, dass geldpolitische Maßnahmen allein jedoch nicht ausreichten, um die Konjunktur nachhaltig zu stärken. Sie forderte strukturelle Reformen, um die Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität in der Eurozone zu erhöhen.

Während die EZB eine expansivere Geldpolitik verfolgt, bleibt die US-Notenbank Federal Reserve bei ihrem restriktiven Kurs. Die US-Wirtschaft zeigt sich trotz hoher Zinsen weiterhin robust. Bei ihrer jüngsten Sitzung beließ die Fed den Leitzins unverändert in der Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent. Damit reagierte sie auf eine anhaltend starke Konjunktur in den Vereinigten Staaten. Diese divergierende Geldpolitik könnte mittelfristig Einfluss auf die Wechselkursentwicklung und Kapitalströme zwischen den beiden Wirtschaftsräumen haben.

EZBZinsenGeldpolitikWirtschaft

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