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Deutsche Wirtschaft bleibt in der Stagnation

Leichter Anstieg des ifo-Index, aber keine Trendwende in Sicht

2 Min
Deutsche Wirtschaft bleibt in der Stagnation

Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen hat sich zu Jahresbeginn geringfügig verbessert. Der ifo-Geschäftsklimaindex, ein zentraler Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, stieg im Januar auf 85,1 Punkte, nach 84,7 Punkten im Vormonat. Dies markiert den ersten Anstieg nach zwei aufeinanderfolgenden Rückgängen.

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich jedoch weiter eingetrübt, sodass von einer generellen Trendwende nicht gesprochen werden kann. Die deutsche Wirtschaft bleibt laut Einschätzung des ifo-Instituts weiterhin in einer Phase der Stagnation. Der Präsident des Instituts, Clemens Fuest, verwies auf den anhaltenden Pessimismus unter den Unternehmen. Auch der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, bestätigte, dass kein durchgreifender Aufschwung in Sicht sei.

Der leichte Anstieg des Index wurde von Experten als erfreulich, aber wenig aussagekräftig bewertet. Jens-Oliver Niklasch von der LBBW sprach von einem "kleinen Hüpfer nach einem langen und tiefen Abstieg". Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, vermutet, dass der Ausblick auf Neuwahlen eine noch pessimistischere Einschätzung verhindert habe.

In den verschiedenen Wirtschaftszweigen zeigte sich eine differenzierte Entwicklung. Im Verarbeitenden Gewerbe beurteilten die Unternehmen ihre aktuelle Lage etwas besser, jedoch nahmen die Auftragseingänge weiter ab. Dies führte insgesamt zu einer Verschlechterung der Stimmung in der Industrie.

Im Gegensatz dazu verzeichnete der Dienstleistungssektor eine positive Entwicklung. Laut Umfrage des ifo-Instituts stieg der Index in diesem Bereich deutlich an. Unternehmen zeigten sich zufriedener mit ihren laufenden Geschäften, obwohl weiterhin Skepsis für die kommenden Monate besteht. Im Handel blieb die Stimmung unverändert, während sich die Lage im Bauhauptgewerbe erneut verschlechterte.

Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im vierten Quartal 2024 um 0,1 Prozent und befindet sich damit weiterhin an der Grenze zur Rezession. Prognosen für 2025 lassen nur auf ein leichtes Wachstum hoffen. Die wirtschaftlichen Herausforderungen bleiben bestehen, darunter hohe Energiepreise und steigende Zinsen. Auch internationale Entwicklungen könnten die Wirtschaft belasten. Geplante Strafzölle der USA unter Präsident Donald Trump auf europäische Importe könnten insbesondere den deutschen Exportsektor treffen und das Wachstum weiter drosseln.

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