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EZB: Inflation erreicht Ziel erst Mitte 2027 – Lane warnt

EZB-Chefökonom Philip Lane rechnet mit länger anhaltender Inflation durch zweiten Energieschock.

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EZB: Inflation erreicht Ziel erst Mitte 2027 – Lane warnt

Die Europäische Zentralbank (EZB) muss ihre Inflationsprognosen nach oben korrigieren. EZB-Chefökonom Philip Lane erwartet, dass die Inflation erst ab Mitte 2027 wieder das Ziel der Notenbank erreichen wird. Grund dafür ist ein erneuter Energieschock, der die Öl- und Gaspreise in die Höhe treibt.

In einem Interview mit der Schweizer Zeitung Le Temps erklärte Lane am Dienstag, dass die geopolitischen Risiken wieder als erhöht einzustufen seien. Dies führe dazu, dass die zweite Welle steigender Energiepreise länger anhalte als noch im März von der EZB angenommen.

„Infolgedessen gehen wir davon aus, dass diese zweite Welle steigender Energiepreise zu einer höheren und persistenteren Inflation führen wird, bevor sie ab Mitte 2027 wieder auf unser Ziel absinkt“, sagte Lane.

Übertragungseffekte auf andere Preise

Auf die Frage nach möglichen Übertragungseffekten auf andere Preise wie Strom oder Dienstleistungen gab sich Lane differenziert. „Bisher, von Februar bis heute, nicht, und das ist die gute Nachricht“, so der Chefökonom.

Allerdings sieht Lane Risiken für die Zukunft. „Allerdings dürfte die zweite Welle steigender Energiepreise, die wir derzeit beobachten, den Aufwärtsdruck auf Lebensmittelpreise, allgemeinere Energiepreise einschließlich Strom sowie auf Warenpreise insgesamt verstärken“, führte Lane aus.

Positiv bewertete Lane hingegen die Entwicklung bei den Dienstleistungspreisen. „Im Gegensatz dazu sollten die Druckkräfte auf Dienstleistungspreise relativ begrenzt bleiben“, sagte er.

Herausforderungen für die Geldpolitik

Die Aussagen von Lane verdeutlichen die anhaltenden Herausforderungen für die EZB. Die Notenbank hatte zuletzt mehrfach ihre Leitzinsen angepasst, um die hohe Inflation in den Griff zu bekommen. Der nun erwartete längere Zeitraum bis zur Rückkehr zum Inflationsziel von zwei Prozent könnte weitere geldpolitische Maßnahmen erforderlich machen.

Besonders die geopolitischen Spannungen bereiten der EZB Sorge. Sie treiben die Energiepreise und erschweren eine verlässliche Prognose. Für deutsche Verbraucher bedeutet dies, dass die hohen Lebenshaltungskosten voraussichtlich noch länger anhalten werden.

Die EZB steht vor der schwierigen Aufgabe, die Inflation zu bekämpfen, ohne die wirtschaftliche Erholung im Euroraum zu gefährden. Lanes Aussagen deuten darauf hin, dass die Notenbank weiterhin mit erhöhten Inflationsraten rechnet und ihre Politik entsprechend ausrichten wird.

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