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EZB hält Zinsen bei 2 % – UBS sieht weiteren Straffungspfad

Die EZB lässt den Leitzins vorerst unverändert und braucht mehr Zeit zur Lagebeurteilung angesichts geopolitischer Risiken.

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EZB hält Zinsen bei 2 % – UBS sieht weiteren Straffungspfad

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihren Leitzins auf der Sitzung am 30. April voraussichtlich bei 2 % belassen. Das erwartet UBS Global Research und begründet dies mit dem Bedarf der Währungshüter, die wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts sowie aktuelle geopolitische Entwicklungen gegen die makroökonomischen Projektionen vom März abzuwägen. Die Notenbank signalisiert damit Vorsicht statt Aktionismus.

Trotz der Zinspause hält UBS an ihrer mittelfristigen Prognose fest: Die Analysten erwarten Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte im Juni und September, unterbrochen von einer Pause im Juli. Damit würde der Leitzins bis Herbst auf 2,5 % steigen. Dieser Pfad erscheint moderater als noch vor wenigen Wochen befürchtet.

Stimmungswandel in Frankfurt

Die Kommunikation der EZB hat sich merklich verändert. Äußerungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde und Vorstandsmitglied Isabel Schnabel haben Sorgen vor einem aggressiveren oder frühzeitigeren Straffungszyklus deutlich gedämpft. Das steht im klaren Kontrast zu Berichten nach der März-Sitzung, die Spekulationen über eine Zinserhöhung bereits im April angeheizt hatten.

Die Marktpreise für Zinserhöhungen spiegeln diesen Wandel wider: Zwischenzeitlich hatten die Märkte über 80 Basispunkte an Straffung eingepreist. Infolge der jüngsten EZB-Kommunikation und Berichten über eine Entspannung an der Straße von Hormus sind diese Erwartungen auf rund 43 Basispunkte gesunken – ein erheblicher Rückgang, der die veränderte Stimmungslage unterstreicht.

Energiepreise als klassischer Angebotsschock

Parallel zur Zinsdebatte analysiert UBS die Auswirkungen steigender Energiepreise auf die Geldpolitik. Claudia Panseri, Chief Investment Officer bei UBS, ordnet den aktuellen Konflikt als „klassischen Energieangebotsschock" ein. Da das Angebot und nicht die Nachfrage die Preise treibe, sei eine aggressive geldpolitische Straffung laut US-Notenbankchef Jerome Powell meist nicht die richtige Antwort.

Auch die EZB befindet sich in einem grundlegend anderen Umfeld als noch 2022. Der Arbeitsmarkt hat sich abgekühlt, und die Geldpolitik hat erst kürzlich ein neutrales Niveau erreicht. UBS warnt daher ausdrücklich, dass die Märkte derzeit zu viel Straffung einpreisen – eine Einschätzung, die für Anleger strategische Konsequenzen hat.

Anlagestrategien in unsicheren Zeiten

Für Privatanleger leitet UBS aus der aktuellen Lage konkrete Empfehlungen ab. Die gestiegenen Renditen von Staatsanleihen erhöhen die Attraktivität kurzlaufender, hochwertiger Papiere. Bei wachsenden Konjunktursorgen empfiehlt UBS jedoch, auf längere Laufzeiten zu setzen.

Als Absicherung gegen kurzfristige Risiken werden Engagements in US-Dollar, Öl und Rohstoffen empfohlen. Gold gilt dabei als mittelfristiger Wertspeicher. Trotz der diplomatischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran geht UBS in ihrem Basisszenario davon aus, dass beide Seiten ein Interesse an einer diplomatischen Lösung haben.

Anleger sollten laut UBS keine abrupten Portfolio-Umschichtungen vornehmen. Stattdessen wird ein schrittweises Umschichten in defensive Positionen und strukturelle Wachstumswerte empfohlen – ein besonnener Ansatz in einem von Unsicherheit geprägten Marktumfeld.

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