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EZB-Chefin Lagarde erwägt vorzeitigen Rücktritt vor französischen Wahlen

Christine Lagarde will offenbar vor Amtsende 2027 zurücktreten, um Macron die Nachfolgerwahl zu ermöglichen.

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EZB-Chefin Lagarde erwägt vorzeitigen Rücktritt vor französischen Wahlen

EZB-Präsidentin Christine Lagarde erwägt nach Informationen der Financial Times einen vorzeitigen Rücktritt noch vor Ende ihrer regulären Amtszeit im Oktober 2027. Der Schritt soll dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron ermöglichen, ihre Nachfolge mitzugestalten, bevor die französischen Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2027 stattfinden.

Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person hat Lagarde noch keine endgültige Entscheidung über den genauen Zeitpunkt getroffen. Sie sei jedoch bestrebt, dass Macron und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz die maßgeblichen Entscheidungsträger bei der Suche nach ihrer Nachfolge sind. Ein EZB-Sprecher erklärte, Lagarde konzentriere sich voll auf ihre Aufgabe und habe noch keine Entscheidung getroffen.

Der Hintergrund der Überlegungen ist politischer Natur: Bei den französischen Präsidentschaftswahlen 2027 könnte die extreme Rechte siegen. Macron selbst kann nicht erneut kandidieren, da die französische Verfassung nur zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten erlaubt. Ein Wahlsieg der extremen Rechten würde die Auswahl einer neuen Führung für die wichtigste Finanzinstitution Europas erheblich erschweren.

Parallelen zur Banque de France

Die Überlegungen Lagardes fügen sich in ein Muster: Erst vergangene Woche kündigte der Gouverneur der Banque de France, François Villeroy de Galhau, seinen Rücktritt für Juni 2025 an – mehr als ein Jahr vor dem regulären Ende seiner Amtszeit. Auch dieser Schritt ermöglicht es Macron, einen Nachfolger zu ernennen, bevor die politischen Machtverhältnisse sich möglicherweise grundlegend ändern.

Deutsch-französische Einigung entscheidend

Während formell alle Staats- und Regierungschefs der 21 Eurozone-Länder über die Nachfolge Lagardes entscheiden, zeigt die bisherige Praxis: Jeder erfolgreiche Kandidat benötigt sowohl die Unterstützung Deutschlands als auch Frankreichs. Bislang gibt es keine offiziellen Kandidaten für den Posten.

In EZB-Kreisen kursieren jedoch bereits mehrere Namen als potenzielle Nachfolger. Zu den prominentesten zählen der ehemalige niederländische Zentralbankchef Klaas Knot und Pablo Hernández de Cos, Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Beide gelten als erfahrene Zentralbanker mit internationaler Reputation.

Lagardes nicht verlängerbare Amtszeit bei der EZB läuft regulär bis zum 31. Oktober 2027. Die 69-Jährige führt die Europäische Zentralbank seit November 2019. Zuvor war sie von 2011 bis 2019 geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds und davor französische Finanzministerin.

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