Britische Inflation sinkt auf 3 Prozent – Bank of England vor Zinssenkung
Verbraucherpreise steigen im Januar deutlich langsamer. Schwache Konjunkturdaten erhöhen Druck auf Notenbank.

Die Inflationsrate in Großbritannien ist im Januar auf 3,0 Prozent gesunken und liegt damit auf dem niedrigsten Stand seit März 2025. Das Office for National Statistics (ONS) meldete einen Rückgang von 3,4 Prozent im Dezember. Ökonomen hatten mit diesem Wert gerechnet.
Die Kerninflation, die volatile Preise für Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak ausklammert, ging leicht von 3,2 auf 3,1 Prozent zurück. Grant Fitzner, Chefökonom des ONS, führte den Rückgang vor allem auf gesunkene Benzinpreise zurück. Das britische Pfund zeigte sich von den Daten unbeeindruckt und notierte stabil bei 1,3562 US-Dollar.
Zentralbank nimmt Zwei-Prozent-Ziel ins Visier
Die Bank of England (BOE) beobachtet die Entwicklung aufmerksam. Die Notenbank geht davon aus, dass die Inflation bis April nahe an ihr Zielwert von 2 Prozent heranrücken wird. Der aktuelle Leitzins liegt bei 3,75 Prozent.
Die britische Wirtschaft schwächelt erheblich. Im vierten Quartal 2025 wuchs das Bruttoinlandsprodukt nur um magere 0,1 Prozent. Auch der Arbeitsmarkt zeigt Schwächezeichen, wie am Dienstag veröffentlichte Daten belegen. Weitere Einblicke in die Konjunkturlage werden am Freitag mit der Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes erwartet.
Zinssenkung im März wahrscheinlich
Danni Hewson, Leiterin der Finanzanalyse bei AJ Bell, sieht die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bei der nächsten BOE-Sitzung im März deutlich gestiegen. "Das düstere Bild der jüngsten Wachstumszahlen und die Schwäche am Arbeitsmarkt erhöhen den Druck auf die Notenbank", erklärte sie in einem Kommentar.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in Großbritannien relevant, da die Geldpolitik der BOE auch Auswirkungen auf den Euro-Raum haben kann. Zudem sind viele deutsche Unternehmen eng mit dem britischen Markt verflochten. Eine Zinssenkung könnte das Pfund unter Druck setzen und deutsche Exporte nach Großbritannien verteuern.
