Fed-Protokoll und Tech-Verluste: Palo Alto Networks bricht ein
US-Futures im Plus vor Fed-Protokoll, während Cybersecurity-Aktie nach schwacher Prognose abstürzt

Die US-Aktienmärkte zeigen sich am Mittwoch vor wichtigen Ereignissen optimistisch. Die Futures auf die großen Indizes legen zu, während Anleger auf das Protokoll der Januar-Sitzung der Federal Reserve warten. Gleichzeitig sorgen neue Quartalszahlen aus der Technologiebranche für gemischte Signale.
Bis 08:43 Uhr MEZ stieg der Dow-Future um 55 Punkte oder 0,1 Prozent. Der S&P 500-Future kletterte um 12 Punkte oder 0,2 Prozent, während der Nasdaq 100-Future leicht um 0,1 Prozent nachgab. Die Wall Street hatte am Vortag bereits zugelegt, getragen von einer verhaltenen Erholung bei Technologiewerten.
Gewinne bei Schwergewichten wie Nvidia und Apple konnten die Verluste bei Microsoft und Oracle ausgleichen. Der IT-Sektor des S&P 500 legte um 0,5 Prozent zu. Dennoch bleiben Zweifel an den Zukunftsaussichten der Branche bestehen, insbesondere hinsichtlich der Rentabilität massiver KI-Investitionen.
Palo Alto Networks enttäuscht mit Ausblick
Einen herben Dämpfer erlebten die Aktien von Palo Alto Networks im nachbörslichen Handel. Das Cybersecurity-Unternehmen aus Santa Clara übertraf zwar die Erwartungen für das zweite Geschäftsquartal mit einem Gewinn von 1,03 Dollar pro Aktie bei Umsätzen von 2,59 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 0,94 Dollar je Aktie und 2,58 Milliarden Dollar Erlösen gerechnet.
Die Aktie brach dennoch ein, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr deutlich senkte. Palo Alto erwartet nun einen Gewinn zwischen 3,65 und 3,70 Dollar pro Aktie, verglichen mit der bisherigen Spanne von 3,80 bis 3,90 Dollar. Der Analystenkonsens lag bei 3,87 Dollar. Das Unternehmen bietet KI-gestützte Cybersicherheitslösungen, darunter Firewalls, Bedrohungsanalysen und Zero-Trust-Netzwerksicherheit.
Fed-Protokoll im Fokus der Anleger
Das heute veröffentlichte Protokoll der Januar-Sitzung der Federal Reserve dürfte weitere Einblicke in den künftigen geldpolitischen Kurs geben. Bemerkenswert war bei der Sitzung, dass zwei Fed-Gouverneure gegen die Entscheidung stimmten, die Zinsen stabil zu halten. Stephen Miran und Christopher Waller votierten für eine Fortsetzung der Zinssenkungen.
Die Mehrheit der Währungshüter begründete die Pause bei 3,5 bis 3,75 Prozent mit einem sich stabilisierenden Arbeitsmarkt und einer weiterhin über dem Zielwert liegenden Inflation. Analysten erwarten, dass die Fed frühestens im Juni wieder an der Zinsschraube drehen wird. Die Notenbank will zunächst die Entwicklung von Beschäftigung und Inflation in den kommenden Monaten beobachten.
Parallel nähert sich Fed-Chef Jerome Powell dem Ende seiner Amtszeit. Präsident Trump hat den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger nominiert. Investoren versuchen derzeit einzuschätzen, wie sich Warshs Ansatz bei der Zinspolitik von dem seines Vorgängers unterscheiden könnte.
Ölpreise erholen sich leicht
Am Ölmarkt zeigt sich eine leichte Erholung nach den deutlichen Verlusten vom Vortag. Brent-Öl mit Fälligkeit im April stieg um 0,3 Prozent auf 67,61 Dollar pro Barrel. West Texas Intermediate (WTI) legte um 0,2 Prozent auf 62,40 Dollar zu. Am Dienstag waren die Preise noch um bis zu 2 Prozent gefallen.
Hintergrund der jüngsten Bewegungen sind Fortschritte bei den Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Bei Gesprächen in der Schweiz sollen beide Seiten ein Einvernehmen über wichtige Leitprinzipien erzielt haben. Ein mögliches Abkommen könnte mittelfristig mehr iranisches Rohöl auf die Weltmärkte bringen und damit die Versorgungslage entspannen. Der Iran ist ein bedeutender Ölproduzent und kontrolliert die strategisch wichtige Straße von Hormus, durch die täglich etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs transportiert wird.
