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Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?

GTA 6 erscheint am 19. November – doch die Take-Two-Aktie hat zuletzt rund 25 Prozent verloren. Was Anleger jetzt wissen müssen.

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Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?

Kaum ein Spieletitel wird so heiß erwartet wie Grand Theft Auto 6. Am 19. November soll GTA 6 für PlayStation und Xbox erscheinen – mehr als 13 Jahre nach dem legendären Vorgänger GTA 5. Für Anleger stellt sich die Frage: Ist die Aktie des Mutterkonzerns Take-Two Interactive jetzt ein Kauf, oder überwiegen die Risiken?

Die Kursgeschichte von Take-Two liest sich zunächst beeindruckend. Im September 2013, als GTA 5 auf den Markt kam, notierte die Aktie bei rund 18 Dollar. Auf dem Höchststand erreichte sie 266 Dollar – ein Wertzuwachs von 1.380 Prozent innerhalb von etwa zwölf Jahren. Doch zuletzt lief es alles andere als rund: In nur zwei Monaten verlor die Aktie rund ein Viertel ihres Wertes.

GTA 5 als Maßstab – und als Bürde

Der Erfolg von GTA 5 ist kaum zu übertreffen. Am Erscheinungstag im September 2013 wurden rund 13 Millionen Einheiten verkauft. Bis heute summieren sich die Gesamtverkäufe auf 220 Millionen Exemplare – damit gehört GTA 5 zu den meistverkauften Spielen aller Zeiten, Platz zwei weltweit. Dieses Erbe setzt GTA 6 unter enormen Erwartungsdruck.

Take-Two selbst spricht von „nie dagewesenen" Vorbestellungszahlen für GTA 6 – konkrete Zahlen nennt der Konzern allerdings nicht. Die Entwicklungskosten für den Nachfolger belaufen sich auf rund 1,5 Milliarden Dollar, eine Summe, die selbst für einen Branchenriesen erheblich ist. Zum Vergleich: Die EBIT-Prognose für das laufende Gesamtjahr (Bilanzstichtag 31. März) liegt bei lediglich 260 Millionen Dollar.

Bewertung: Die Zahlen geben zu denken

Genau hier liegt das Kernproblem für Anleger. Take-Two bilanziert zum 31. März und hat hinter sich mehrere Verlustjahre. Im optimistischsten Szenario wird ein Nettogewinn je Aktie von 0,75 Dollar erwartet – was beim aktuellen Kurs einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 272 entspricht. Ein KGV von 272 bedeutet: Anleger zahlen heute das 272-fache des erwarteten Jahresgewinns. Das ist eine Bewertung, die nur dann gerechtfertigt ist, wenn GTA 6 ein außergewöhnlicher Blockbuster wird – und das über viele Jahre hinweg.

Hinzu kommt die Abhängigkeit von wenigen Marken. Neben GTA ist Red Dead Redemption die zweite große Franchise von Rockstar Games – allerdings mit deutlich geringerer Reichweite. Red Dead Redemption erzielte nur halb so hohe Verkaufszahlen wie GTA 5. Take-Two ist damit in hohem Maße auf den Erfolg eines einzigen Titels angewiesen.

Die Gaming-Branche unter Druck

Der Blick auf die gesamte Branche mahnt zur Vorsicht. Nach dem Corona-Boom erlebt die Gaming-Industrie eine schwierige Phase: Stellenabbau, eine Flut an Spieletiteln und steigende Hardwarepreise belasten das Umfeld. Konsolen- und Gaming-PC-Hersteller wie Microsoft, Sony und Nintendo haben ihre Preise teils mehrfach angehoben. Die Sony-Aktie brach zwischen November und Mai um gut ein Drittel ein, Nintendo notiert aktuell rund 50 Prozent unter dem Stand vom Sommer 2025.

Als besonders drastisches Warnsignal gilt Ubisoft. Der französische Spielekonzern, der mit Marken wie Assassin's Creed und Far Cry ebenfalls auf starke Franchises setzt, ist trotzdem in eine tiefe finanzielle Schieflage geraten. Die Ubisoft-Aktie notiert aktuell bei rund 5 Euro – ein Wertverlust von 95 Prozent seit Januar 2021. Das zeigt: Starke Marken allein schützen nicht vor einem Kursabsturz.

Was Privatanleger beachten sollten

Für Privatanleger ergibt sich daraus ein klares Bild: Take-Two ist eine hochspekulative Wette auf den Erfolg von GTA 6. Die Bewertung ist selbst im optimistischsten Szenario extrem hoch, die Abhängigkeit von einem einzigen Titel enorm, und die Branche befindet sich in einem schwierigen Umfeld. Dazu kommt, dass der GTA-6-Starttermin bereits mehrfach verschoben wurde – ein weiterer Aufschub ist zwar nicht angekündigt, aber in der Spielebranche keine Seltenheit.

Wer in Take-Two investiert, sollte sich bewusst sein: Der mögliche Kursanstieg bei einem GTA-6-Erfolg ist real – aber ebenso real ist das Risiko, dass selbst ein erfolgreicher Launch die aktuelle Bewertung nicht rechtfertigt. Die Geschichte der Gaming-Aktien zeigt, dass Euphorie und Ernüchterung oft nah beieinanderliegen.

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