ANZEIGE

Deutsche Wirtschaft zwischen Handelschaos und vorsichtiger Erholung

Neue US-Zölle erschüttern Exportbranchen, während der Ifo-Index auf den höchsten Stand seit August steigt.

•• 3 Min
Deutsche Wirtschaft zwischen Handelschaos und vorsichtiger Erholung

Die deutsche Wirtschaft steht im Februar 2026 unter dem Druck widersprüchlicher Kräfte: Während sich die Binnenstimmung aufhellt, sorgt ein erneuter handelspolitischer Schock aus den USA für Turbulenzen an den Finanzmärkten. Der US-Supreme-Court hatte Präsident Trumps bisherige Globalzölle für ungültig erklärt – woraufhin Trump umgehend eine neue Pauschalabgabe von 15% auf alle Importe verhängte, gestützt auf den Trade Act von 1974. Diese Rate gilt als gesetzliches Maximum für 150 Tage, bevor der Kongress zustimmen muss.

Die Reaktion der europäischen Märkte war unmittelbar: Der DAX fiel, der Euro gab gegenüber dem Dollar nach, und die Risikobereitschaft der Anleger sank spürbar. Gold legte als sicherer Hafen zunächst zu, baute die Gewinne aber wieder ab. Bitcoin geriet ebenfalls unter Verkaufsdruck.

Europäische Politiker schlugen Alarm. Das Handelskomitee des Europäischen Parlaments berief eine Notfallsitzung ein; einzelne Vertreter forderten, die Ratifizierung des US-EU-Handelsabkommens bis zur Klärung der Rechtslage auszusetzen. Bundeskanzler Merz kündigte an, bei seinem bevorstehenden Besuch im Weißen Haus eine gemeinsame europäische Position zu präsentieren. Der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken warnte vor erheblichen wirtschaftlichen Risiken für beide Seiten des Atlantiks.

Exportbranchen unter Druck

Der Maschinenbau – ein Rückgrat der deutschen Exportwirtschaft – verzeichnete 2025 das dritte Produktionsjahr in Folge mit Rückgang. Die Ausfuhren sanken nominell um 1,8%, preisbereinigt sogar um 3,3%. Der Branchenverband VDMA nannte US-Zölle und schwaches China-Geschäft als Hauptursachen. Exporte in die USA brachen um 8,0% ein, jene nach China um 8,2%. Die VDMA fordert die Politik auf, Freihandelsabkommen mit Mercosur, Indien und Indonesien zügig zu ratifizieren, um Arbeitsplätze zu sichern.

Ein deutlich positiveres Bild zeigt dagegen die Elektro- und Digitalindustrie: Sie erzielte 2025 einen Exportrekord von 257,5 Milliarden Euro, ein Plus von 5,1% gegenüber 2024. Bemerkenswert: Trotz Rückgängen in den USA (-3,0%) und China (-6,2%) überholten die Vereinigten Staaten China erstmals seit einem Jahrzehnt als größten Abnehmer deutscher Elektronikprodukte. Das Wachstum stützte sich vor allem auf europäische Märkte.

Ifo-Index auf höchstem Stand seit August

Am Binnenmarkt hellt sich die Stimmung auf. Das Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Februar auf 88,6 Punkte, nach 87,6 im Januar – der höchste Wert seit August. Ifo-Präsident Clemens Fuest sprach von ersten Erholungszeichen der deutschen Wirtschaft. Als Treiber gelten die anlaufenden staatlichen Konjunkturprogramme und eine verbesserte Einschätzung der aktuellen Geschäftslage.

Diese Tendenz wird durch weitere Daten gestützt: Die Industrieaufträge im Dezember überraschten positiv, und die Einkaufsmanagerindizes (PMI) zeigen erstmals seit dreieinhalb Jahren wieder eine Ausweitung im verarbeitenden Gewerbe.

Auf der Seite der Infrastruktur und Arbeitsmärkte gibt es hingegen Kritik. An deutschen Flughäfen häuften sich Qualitätsmängel: Am Münchner Flughafen saßen 500 Passagiere nach Flugausfällen stundenlang im Flieger, weil keine Busse zum Terminal verfügbar waren. Dabei sind die deutschen Flughafengebühren seit 2019 um fast 40% gestiegen – ein Missverhältnis, das dem Ruf des Wirtschaftsstandorts schadet.

Bei der Deutschen Bahn laufen derweil entscheidende Tarifverhandlungen mit der GDL. Die Bahn bietet 3,8% Lohnerhöhung in zwei Stufen, 2,2% über Tarifsystemanpassungen sowie eine Einmalzahlung von 400 Euro. Strittig bleibt die Laufzeit: Die Bahn will 30 Monate, die GDL besteht auf 12 Monaten.

Technologie und Branchentrends

In der Automobilindustrie entbrennt eine Debatte über autonomes Fahren der Stufe 3 ("eyes-off"). Während Ford L3 bis 2028 in erschwingliche Elektrofahrzeuge integrieren will, haben Mercedes-Benz und Stellantis ihre L3-Ambitionen angesichts von Entwicklungskosten von bis zu 1,5 Milliarden Dollar, technologischen Hürden und geringer Nachfrage zurückgefahren. Ungeklärte Haftungsfragen bei Unfällen bremsen die Branche zusätzlich.

Im Bereich Künstliche Intelligenz steht der Energieverbrauch im Fokus. Rechenzentrumsbetreiber konsumierten 2023 bereits so viel Strom wie Deutschland oder Frankreich. OpenAI-Chef Sam Altman räumte den Energiebedarf als legitimes Problem ein und forderte einen schnellen Ausbau von Kernkraft, Wind- und Solarenergie. Schließlich sieht sich die Grüninvestmentfirma ThomasLloyd mit einem Insolvenzverfahren konfrontiert – ein Warnsignal für den nachhaltigen Investmentmarkt.

Deutsche WirtschaftUs-ZölleIfo-IndexDAXMaschinenbau Exporte

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  3. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  4. Pieper sieht veränderte Marktstruktur als Treiber heftiger Kursausschläge
  5. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.