Trumps globaler 15%-Zoll: Wer profitiert, wer verliert
Nach dem Supreme-Court-Urteil zu reziproken Zöllen hat Trump einen weltweiten Einheitszoll von 15% eingeführt – mit ungleichen Folgen.

Der US-amerikanische Oberste Gerichtshof hat Präsident Donald Trumps sogenannte reziproke Zölle für nichtig erklärt. Trump reagierte prompt und setzte einen pauschalen weltweiten Zoll von 15% auf Importe in die USA durch. Diese Entscheidung verändert die Ausgangslage für zahlreiche Handelspartner der Vereinigten Staaten grundlegend.
Für einige Länder bedeutet der neue Einheitssatz von 15% tatsächlich eine spürbare Entlastung. China und Brasilien etwa waren zuvor mit deutlich höheren US-Zöllen konfrontiert. Für sie liegt die neue Basis erheblich unter den früheren Belastungen – ein klarer Vorteil im internationalen Wettbewerb.
Bilaterale Abkommen unter Druck
Komplizierter ist die Lage für rund zwei Dutzend Länder, die bereits bilaterale Vereinbarungen mit Washington ausgehandelt hatten. Dazu zählen so wichtige Handelspartner wie Großbritannien, die Europäische Union und Japan. Diese Staaten hatten ihre Abkommen gezielt abgeschlossen, um den Auswirkungen der reziproken Zölle zu entgehen.
Nun stellt sich die Frage, ob diese Vereinbarungen überhaupt noch Gültigkeit besitzen. Denn das Supreme-Court-Urteil hat die rechtliche Grundlage für die reziproken Zölle – und damit auch den ursprünglichen Anlass für die Abkommen – beseitigt. Einige Analysten warnen, dass damit auch die Abkommen selbst rechtlich fragwürdig werden könnten.
Sowohl die EU als auch Großbritannien haben bislang signalisiert, an ihren jeweiligen Vereinbarungen festhalten zu wollen. Ob Washington dies ebenso sieht, bleibt abzuwarten. Für deutsche und europäische Unternehmen, die stark vom transatlantischen Handel abhängen, ist die Rechtslage damit weiterhin unklar.
Neue Unsicherheit im Welthandel
Der pauschale 15%-Zoll bringt zwar eine gewisse Vereinheitlichung, schafft aber gleichzeitig neue Ungewissheiten. Länder, die bislang von Sonderregelungen profitierten, müssen nun prüfen, ob ihre Vereinbarungen Bestand haben. Für den globalen Handel bedeutet dies eine weitere Phase der Instabilität – gerade in einer Zeit, in der viele Volkswirtschaften nach Verlässlichkeit suchen.
