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DAX startet erholt: Anleger nehmen Wahlausgang gelassen auf

DAX startet mit leichten Gewinnen – Anleger blicken auf Wahlen, Ölpreise und Konjunkturdaten

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DAX startet erholt: Anleger nehmen Wahlausgang gelassen auf

Nach drei schwachen Wochen und deutlichen Kursverlusten zeichnet sich zum Wochenauftakt eine Erholung ab. Der Broker IG taxiert den DAX vor dem Xetra-Handelsstart 0,4 Prozent höher auf 25.418 Punkte. Am vergangenen Freitag war der Leitindex mit einem Minus von 1,6 Prozent auf 25.304 Punkte aus dem Handel gegangen. Auf Wochensicht betrugen die Kursverluste rund ein Prozent. Seit dem Rekordhoch von 26.618 Punkten notiert der DAX nun drei schwache Wochen in Folge.

Die leichte Gegenbewegung kommt trotz anhaltender politischer Unsicherheit. Der Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz wächst, nachdem seine Partei CDU bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern eine schwere Niederlage einstecken musste und dort erstmals aus einem Landesparlament geflogen ist. Die Anleger scheinen den Wahlausgang jedoch gelassen aufzunehmen und richten den Blick auf andere Faktoren.

Wohnungskonzerne im Fokus nach Berlin-Wahl

Bei den Einzelwerten rücken heute die Titel der Wohnungskonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen in den Mittelpunkt. Die Partei Die Linke hat die Wahl in Berlin mit großem Vorsprung gewonnen. Ein zentrales Wahlkampfthema waren Wohnungsmangel und überhöhte Mieten. Die Linke fordert die Enteignung großer Wohnungsunternehmen und plant zudem die Einführung eines Mietendeckels für landeseigene Wohnungen. Anleger beobachten die politischen Entwicklungen in der Hauptstadt daher mit besonderer Aufmerksamkeit.

Ölpreise geben nach – Entlastung für die Inflation

Positive Impulse kommen von den Rohstoffmärkten. Die Ölpreise sind zu Wochenbeginn deutlich gesunken. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 2,1 Prozent auf 101,72 Dollar je Barrel. Das US-Öl WTI notierte 2,2 Prozent schwächer bei 98,10 Dollar. Fallende Ölpreise wirken tendenziell dämpfend auf die Inflation, da sie über Transport- und Produktionskosten auf viele andere Waren und Dienstleistungen durchschlagen.

Allerdings bleiben die Signale aus dem Nahen Osten widersprüchlich. Der Iran hatte am Wochenende nach Angaben seines obersten Sicherheitskoordinators die Bereitschaft zur Beendigung des Krieges mit den USA auf Grundlage des im Juni abgeschlossenen Rahmenabkommens signalisiert. Gleichzeitig richtete das Militär erneut Drohungen gegen die USA und ihre Verbündeten. Die geopolitischen Risiken sind damit keinesfalls vom Tisch.

Für Aktien spreche in einem Umfeld hoher Ölpreise jedoch, dass sie einen gewissen Schutz vor anziehender Teuerung böten, heißt es von der Helaba.

Konjunkturdaten und Wachstumsoptimismus

Abgesehen von Wahlen und Ölpreisen richten die Investoren in dieser Woche ihr Augenmerk auf die konjunkturelle Lage. Die Frage ist, ob sich die jüngsten Hoffnungen auf ein solides Wirtschaftswachstum bestätigen. Ökonomen sehen durchaus Grund zum Optimismus.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat seine Wachstumsprognose für dieses Jahr verdreifacht. Die Experten rechnen nun mit einem Wachstum von 1,2 Prozent. Hauptgrund dafür sei ein überraschend gutes erstes Halbjahr. Zudem stehe der schuldenfinanzierte Sondertopf zur Modernisierung der Infrastruktur erstmals für das ganze Jahr zur Verfügung. "Im zweiten Halbjahr 2026 lässt die Dynamik wieder nach", so die Ökonomen des IW.

Risiken für die Konjunktur sehen die Experten in den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten. Die höheren Energiepreise bekommen Verbraucher und Unternehmen deutlich zu spüren. Das IW rechnet für dieses Jahr mit einer Inflation von gut 2,5 Prozent. Die weitere Entwicklung an den Märkten wird maßgeblich davon abhängen, ob sich die konjunkturelle Erholung verfestigt und die geopolitischen Spannungen nicht weiter eskalieren.

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