Europäische Börsen legen zu: ASML und fallende Ölpreise stützen
Europäische Börsen starten freundlich – Technologieaktien und günstigere Ölpreise treiben die Kurse.

Die europäischen Aktienmärkte haben am 21. September 2026 mit einer freundlichen Eröffnung auf die nachlassenden Rohölpreise und eine breite Erholung der Technologie- und Bankensektoren reagiert. Der Stoxx 600 kletterte im frühen Handel um 0,55 Prozent, angetrieben von einer Wiederbelebung technologie- und energieintensiver Aktien. Diese Dynamik spiegelte sich an den großen kontinentalen Börsen wider, wobei der niederländische AEX-Index um 0,6 Prozent zulegte.
ASML treibt Technologieerholung an
Eine Schlüsselrolle spielte dabei ASML, das wertvollste Unternehmen Europas und wichtiger Gradmesser für die globale Halbleiterindustrie. Der Chipausrüster verzeichnete in den beiden Berichtszeiträumen Kursgewinne von 1,9 Prozent beziehungsweise 2,25 Prozent. Diese Performance spiegelt eine breitere Erholung bei KI-bezogenen und hardwarefokussierten Technologieaktien wider, die zu Beginn der Woche noch mit Volatilität zu kämpfen hatten. Die Stimmung in den Niederlanden wurde zudem durch eine allgemeine Rally in den Bereichen Hardware und Software gestützt, wobei auch der Softwarekonzern Relx mit einem Plus von 1,3 Prozent zu den Gewinnen beitrug.
In Deutschland legte der DAX um 0,6 Prozent zu, angeführt von der Automobilbranche. BMW kletterte um 1,8 Prozent, Volkswagen gewann 1,5 Prozent hinzu. Im zweiten Berichtsfenster notierte der DAX mit plus 0,35 Prozent weiterhin im grünen Bereich, wobei die KI-bezogene Industriegruppe Hochtief um 3,5 Prozent nach oben schoss. Paris folgte einer ähnlichen Entwicklung: Der CAC 40 stieg im frühen Handel um 0,5 Prozent, angeführt von einem Plus von 2,1 Prozent bei Renault. Während der Chiphersteller STMicroelectronics den CAC 40 später mit einem Gewinn von 1,75 Prozent anführte, zeigte der Luxusgütersektor Ermüdungserscheinungen – die Aktien von Hermes gaben um 0,85 Prozent nach.
Ölpreisrückgang entlastet energieintensive Branchen
Das dominierende Marktthema in ganz Europa war die Entspannung bei den Ölpreisen, die insbesondere für energieintensive Industrien eine spürbare Entlastung brachte. Der Londoner FTSE 100 beteiligte sich an der Rally und gewann 0,4 Prozent beziehungsweise 0,35 Prozent. Gestützt wurde der Index von einer starken Performance des Industriesektors, insbesondere Rolls-Royce, das um 1,1 Prozent zulegte.
Im Laufe des Vormittags verlagerte sich der Fokus auf den Bergbausektor, der von einem doppelten Rückenwind profitierte: dem Rückgang der Ölpreise – der die Betriebskosten für dieselintensive Bergbauaktivitäten senkt – und einer Erholung der Metallpreise. Anglo American stieg um 1,8 Prozent, die in London notierten Aktien von BHP gewannen 1,4 Prozent, und der Kupferminenbetreiber Antofagasta verzeichnete ein Plus von fast 3 Prozent. Auch Edelmetalle erhielten Auftrieb: Gold erholte sich um 1 Prozent, Silber legte um 2,3 Prozent zu, während die Renditen von Staatsanleihen nachgaben.
Asiatische Märkte zeigen gemischtes Bild
Im Gegensatz zum europäischen Optimismus präsentierten sich die asiatischen Märkte uneinheitlich. In Japan stieg der Nikkei Stock Average zunächst um 1,0 Prozent auf 64.548,75 Punkte, gestützt durch Schnäppchenjäger und eine Stabilisierung der Rohölpreise. In späteren Berichten gab der Index jedoch um 0,2 Prozent auf 63.359,03 Punkte nach, da chipbezogene Aktien unter Druck gerieten. SoftBank Group fiel um 4,2 Prozent, Kioxia Holdings verlor 3,9 Prozent und glich damit die Gewinne bei Energieunternehmen wie Eneos Holdings (plus 3,8 Prozent) aus.
Der japanische Yen blieb ein zentraler Fokuspunkt für Anleger und wurde nach der Zinserhöhung der US-Notenbank über Nacht bei 155,87 zum Dollar gehandelt. Marktteilnehmer beobachten aufmerksam die Entwicklung der Anleiherenditen und die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.
Ausblick: Sensible Gemengelage aus Energie, Zinsen und Halbleiterzyklus
Insgesamt bleibt das Marktumfeld empfindlich für das Zusammenspiel zwischen Energiekosten, Geldpolitik der Zentralbanken und der konjunkturellen Erholung des Halbleitersektors. Während europäische Anleger offenbar Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit von Technologiegiganten wie ASML und die kostensenkenden Vorteile niedrigerer Ölpreise für Bergbau- und Industrieunternehmen fassen, deutet die Volatilität in Japan darauf hin, dass die globale Halbleiterlieferkette eine der Hauptunsicherheitsquellen für die Aktienmärkte im Schlussquartal des Jahres bleibt.
