Davos 2026: Sorge vor US-Handelspolitik und Rüstungswelle
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos dominieren Bedenken über Trumps neue Außenpolitik und den Niedergang des Multilateralismus. Steigende Verteidigungsausgaben und Handelskonflikte prägen die Agenda der Weltelite.

Die Stimmung beim Weltwirtschaftsforum in Davos ist von tiefer Besorgnis geprägt. Führungskräfte aus aller Welt blicken mit Sorge auf die US-Außenpolitik unter Donald Trump und dessen "Schock-und-Staunen-Vision" für eine neue Ära amerikanischer Macht. Die liberale Handelsordnung der vergangenen Jahrzehnte weicht zunehmend Spannungen, die in offene Konflikte münden könnten.
Neo-Merkantilismus auf dem Vormarsch
Finanzexperte Martin Wolf warnt vor einem "gefährlichen Triumph des Neo-Merkantilismus". Die USA haben ihre Importzölle auf das höchste Niveau seit dem Zweiten Weltkrieg angehoben. Dieser protektionistische Kurs stellt eine fundamentale Abkehr von jahrzehntelanger Handelsliberalisierung dar und zwingt andere Nationen zu Gegenmaßnahmen.
Globale Aufrüstungswelle nimmt Fahrt auf
Viele Länder erhöhen ihre Verteidigungsbudgets deutlich, getrieben von geopolitischen Unsicherheiten. Die erhoffte positive Wirkung auf Innovation und Wirtschaftswachstum bleibt jedoch fraglich. Experten diskutieren in Davos intensiv über die langfristigen Folgen dieser Rüstungsspirale für die Weltwirtschaft.
Multilateralismus unter Druck
Der US-Präsident nimmt gezielt globale Initiativen ins Visier und stellt die multilaterale Weltordnung infrage. Gleichzeitig zeigt sich der Rest der Welt überraschend widerstandsfähig gegenüber dem amerikanischen Handelskurs. Neue Allianzen und Handelsabkommen außerhalb der US-Einflusssphäre gewinnen an Bedeutung.
Junge Generation in der Krise
Zunehmende Sorgen gibt es auch über die Perspektiven junger Hochschulabsolventen. Frustriert durch mangelnde Chancen und eingeschränkte Freiheiten greifen junge Menschen weltweit vermehrt zu direkten Aktionen. Diese Entwicklung birgt zusätzliches Konfliktpotenzial für die globale Stabilität.
Deutschland setzt fiskalische Impulse
Berlins angekündigte fiskalische Stimulierungsmaßnahmen werden nach Einschätzung der Davos-Teilnehmer weitreichende Auswirkungen auf die europäische und globale Wirtschaft haben. Die Bundesregierung bricht damit mit ihrer traditionellen Sparpolitik und könnte anderen europäischen Staaten den Weg weisen.
Von einem Sanatorium über ein Skigebiet bis zum Treffpunkt der Weltelite – Davos hat sich über die Jahrzehnte immer wieder neu erfunden und bleibt der wichtigste Ort für den Austausch über die drängendsten wirtschaftlichen und politischen Fragen unserer Zeit.
