UK-Finanzministerin Reeves: Handelsdeal mit USA bleibt bestehen
Die britische Finanzministerin Rachel Reeves zeigt sich trotz Trumps Zolldrohungen optimistisch. Das im vergangenen Jahr unterzeichnete Handelsabkommen mit den USA soll Bestand haben.

Die britische Finanzministerin Rachel Reeves hat sich am Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zuversichtlich geäußert, dass das Handelsabkommen zwischen Großbritannien und den USA intakt bleiben wird. Dies bekräftigte sie trotz eskalierender Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und Europa wegen der Grönland-Frage.
Rückendeckung vom US-Handelsminister
Reeves bezog sich auf Aussagen von US-Handelsminister Howard Lutnick, der betonte, es gebe keinen Grund, bestehende Handelsabkommen rückgängig zu machen. "Ich bin zuversichtlich, dass unsere Diplomatie und die Arbeit, die wir leisten, bedeuten werden, dass wir an diesem Abkommen festhalten können", erklärte die Finanzministerin gegenüber Channel 4 News.
Zollsenkungen für Autos und Stahl
Das im vergangenen Jahr unterzeichnete Abkommen sieht eine Senkung der US-Zölle auf bestimmte britische Waren vor, darunter Automobile und Stahl. Im Gegenzug erhielten beide Seiten verbesserten Zugang zu den jeweiligen Agrarmärkten. Für die britische Wirtschaft stellt dieser Deal einen wichtigen Baustein der Post-Brexit-Handelsstrategie dar.
Trumps Zolldrohung wegen Grönland
Trotz der positiven Signale schwebt eine neue Bedrohung über dem transatlantischen Handel. Trump kündigte an, im nächsten Monat einen zusätzlichen Zoll von 10 Prozent auf europäische Länder, einschließlich Großbritannien, zu erheben. Hintergrund sind die Annexionspläne des US-Präsidenten bezüglich Grönlands, einem autonomen Territorium Dänemarks, denen sich europäische Staaten widersetzen.
Keine Vergeltungsmaßnahmen geplant
Auf die Frage nach möglichen britischen Vergeltungsmaßnahmen erteilte Reeves eine klare Absage. "Wir werden stets mit unseren Unternehmen und im Interesse der arbeitenden Bevölkerung in Großbritannien daran arbeiten, Barrieren abzubauen, anstatt die Rhetorik zu verschärfen", betonte die Finanzministerin. Es liege im britischen Interesse, Handelshemmnisse zu reduzieren statt neue zu errichten.
Diplomatie statt Konfrontation
Reeves unterstrich, dass die Grönland-Frage durch Diplomatie gelöst werden müsse, nicht durch Antagonismus. Großbritannien wolle dabei eine Schlüsselrolle spielen und als Vermittler zwischen den USA und Europa auftreten. Die pragmatische Haltung der britischen Regierung zielt darauf ab, die wirtschaftlichen Beziehungen zur wichtigsten Handelsnation zu schützen, während gleichzeitig die europäischen Partner nicht verprellt werden sollen.
