Trump-Steuersenkungen begünstigen Wohlhabende deutlich stärker
Die geplanten Steuersenkungen im Rahmen von Präsident Trumps Haushaltsgesetz werden laut Wolfe Research vor allem Amerikanern mit mittlerem bis höherem Einkommen zugutekommen, während einkommensschwache Haushalte kaum profitieren.

Die umfassenden Steuerreformen in Präsident Donald Trumps Haushaltsgesetz werden die wirtschaftliche Ungleichheit in den USA weiter verschärfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse der Investmentbank Wolfe Research. Die Experten um Analyst Tobin Marcus warnen vor einer Verstärkung der sogenannten "K-förmigen" Wirtschaftsentwicklung.
Steuererleichterungen verfehlen untere Einkommensschichten
Obwohl einige Maßnahmen wie die Steuerbefreiung für Trinkgelder bis 25.000 Dollar bis 2029 auf den ersten Blick Geringverdienern helfen sollen, verpuffen diese Effekte weitgehend. "Dies sind nicht erstattungsfähige Einkommensteuersenkungen, und die Haushalte am unteren Ende haben typischerweise wenig bis gar keine Einkommensteuerpflicht, die reduziert werden könnte", erklären die Analysten. Wer ohnehin kaum Einkommensteuer zahlt, kann auch nicht von Steuersenkungen profitieren.
Ausgabenkürzungen treffen die Ärmsten
Parallel zu den Steuersenkungen plant die Trump-Administration massive Kürzungen bei Sozialprogrammen. Allein bei Lebensmittelhilfen sollen 6 Milliarden Dollar eingespart werden, weitere 6 Milliarden bei Gesundheitsprogrammen für einkommensschwache Amerikaner. Diese Kürzungen konzentrieren sich laut Wolfe Research gezielt auf Haushalte mit geringem Einkommen.
Mittlere und höhere Einkommen als Hauptprofiteure
Die Analysten ziehen ein klares Fazit: "Haushalte mit mittlerem und höherem Einkommen sind Netto-Gewinner, während die Haushalte mit dem geringsten Einkommen sicherlich relative und wahrscheinlich absolute Verlierer sind." Die Steuererleichterungen für Einzelpersonen werden voraussichtlich die Steuerrückerstattungen erhöhen und das Nettoeinkommen vieler Arbeitnehmer steigern – allerdings profitieren davon hauptsächlich jene, die bereits über ein solides Einkommen verfügen.
Positive Impulse für Unternehmen erwartet
Trotz der sozialen Schieflage werden Trumps Steueränderungen die US-Wirtschaft bis 2026 voraussichtlich ankurbeln. Niedrigere Körperschaftsteuersätze und die sofortige Abschreibung von Forschungs- und Entwicklungskosten für US-ansässige Unternehmen sollen Investitionen und Ausgaben fördern. Diese Maßnahmen könnten insbesondere für große Konzerne und deren Aktionäre vorteilhaft sein.
K-förmige Erholung verstärkt sich
Die von Wolfe Research beschriebene "K-förmige" Wirtschaftsentwicklung bedeutet: Während wohlhabendere Gruppen ihr Vermögen und Einkommen ausbauen, kämpfen einkommensschwache Haushalte mit Arbeitsplatzverlusten und stagnierenden Löhnen. Die geplanten Steuerreformen drohen diese Entwicklung weiter zu verschärfen und die Kluft zwischen Arm und Reich in den USA zu vergrößern.
