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Dallas Fed: Iran-Konflikt könnte US-Inflation auf über 4% treiben

Eine Sperrung der Straße von Hormus bedroht die US-Preisstabilität – Inflationserwartungen bleiben laut Forschern jedoch weitgehend stabil.

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Dallas Fed: Iran-Konflikt könnte US-Inflation auf über 4% treiben

Eine anhaltende Unterbrechung des weltweiten Ölhandels infolge des Iran-Krieges könnte die US-Gesamtinflation bis zum Jahresende auf deutlich über 4% ansteigen lassen. Das geht aus einem neuen Arbeitspapier der Federal Reserve Bank of Dallas hervor, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Kurzfristig seien sogar noch stärkere Preisanstiege möglich, so die Forscher.

Die Straße von Hormus – ein strategisch bedeutender Seeweg im Persischen Golf – ist seit fünf Wochen faktisch gesperrt. Durch diese Meerenge fließen rund 20% des weltweiten Erdöls. Der Konflikt schien kurz vor einer weiteren Eskalation zu stehen, nachdem US-Präsident Donald Trump den Iran aufgefordert hatte, die Straße zu öffnen, oder andernfalls die Zerstörung seiner Kraftwerke und Brücken zu riskieren.

Konkrete Szenarien und ihre Inflationsfolgen

Das Arbeitspapier der Dallas Fed legt die voraussichtlichen Auswirkungen auf die US-Inflation unter verschiedenen Szenarien dar. Eine Schließung der Meerenge für ein Quartal könnte die Inflation auf annualisierter Basis um 5,2 Prozentpunkte in die Höhe treiben. Der Effekt würde sich jedoch schnell verflüchtigen, sodass die Inflation im vierten Quartal voraussichtlich nur noch um 0,35 Prozentpunkte erhöht bliebe.

Deutlich gravierender wäre ein längeres Szenario: Eine Schließung über drei Quartale – also neun Monate – würde den Ölpreis von derzeit 115 US-Dollar pro Barrel auf 167 US-Dollar treiben. Die Inflation im vierten Quartal würde dadurch um bis zu 1,8 Prozentpunkte steigen, so die Forscher.

Die Auswirkungen auf die sogenannte Kerninflation – bei der die volatilen Preise für Lebensmittel und Energie ausgeklammert werden – wären geringer, aber dennoch spürbar. Bei einer einquartaligen Schließung der Straße von Hormus betrüge der Anstieg 0,18 Prozentpunkte, bei einer dreiquartaligen Schließung rund 0,49 Prozentpunkte. Zum Vergleich: Die Kerninflation lag im Januar bereits bei 3,1%, die Gesamtinflation gemessen am PCE-Preisindex bei 2,8% – beide Werte liegen deutlich über dem Fed-Ziel von 2%.

Inflationserwartungen bleiben vorerst verankert

Trotz der erheblichen Preisrisiken kommen die Forscher der Dallas Fed zu einem beruhigenden Befund: Die Inflationserwartungen der privaten Haushalte dürften sich nur begrenzt nach oben verschieben. Die Einjahres-Erwartungen könnten dem Papier zufolge um bis zu 0,8 Prozentpunkte steigen. Die für die Fed besonders relevanten langfristigen Erwartungen – also der Fünf- bis Zehnjahreshorizont – würden hingegen um höchstens 0,09 Prozentpunkte zunehmen.

Genau diese langfristigen Erwartungen stehen im Mittelpunkt der Sorgen der US-Notenbanker. Austan Goolsbee, Präsident der Federal Reserve Bank of Chicago, brachte die Gefahr einer Entkoppelung am Dienstag vor dem Detroit Economic Club auf den Punkt: „Je weiter man über dem Ziel von 2% liegt, desto mehr verfestigt sich dies in Cost-Plus-Verträgen, bei denen die Leute kommen und sagen: ‚Nun, wenn die Inflation bei 5% liegen wird, brauche ich eine Lohnsteigerung von 6%'; und das Unternehmen sagt dann: ‚Wenn wir Lohnerhöhungen von 6% zahlen müssen, müssen wir die Preise um 7% anheben'." Und weiter: „Das ist eine sehr unangenehme Situation für die Zentralbank oder für jeden anderen."

Herausforderung für die Fed-Geldpolitik

Die Ergebnisse des Arbeitspapiers könnten den Entscheidungsträgern der Fed als wichtige Orientierung dienen. Die US-Notenbanker hatten zuvor erwartet, dass die Inflation im weiteren Jahresverlauf wieder Fortschritte in Richtung des 2%-Ziels machen würde – da die Auswirkungen des Zollschocks vom Vorjahr nachlassen sollten. Der Anstieg der Ölpreise, für US-Verbraucher am deutlichsten an den stark gestiegenen Benzinpreisen erkennbar, droht diesen Trend nun umzukehren.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung ebenfalls relevant: Steigende US-Inflation beeinflusst die globalen Kapitalmärkte, die Dollarkursentwicklung und die Zinspolitik der Federal Reserve – mit direkten Rückwirkungen auf europäische Aktienmärkte und Anleiherenditen.

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