Continental steigert Gewinn trotz Umsatzrückgang
Sparmaßnahmen greifen, Industriesparte kämpft und Reifengeschäft expandiert in Asien

Der Autozulieferer Continental verzeichnet im dritten Quartal des Jahres einen deutlichen Gewinnanstieg, obwohl der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um vier Prozent gesunken ist. Die unbereinigte Gewinnmarge lag bei 7,6 Prozent, während der bereinigte Betriebsgewinn um etwa ein Drittel auf 873 Millionen Euro stieg. Im bisherigen Jahresverlauf erzielte Continental einen Nettogewinn von rund 1,4 Milliarden Euro. Das Reifengeschäft des Unternehmens hat einen wesentlichen Anteil an diesen positiven Ergebnissen, wobei besonders das Geschäft mit Winterreifen gut angelaufen ist.
Im Bereich der Autozulieferung, der sogenannten Automotive-Sparte, zeigen sich die Effekte umfassender Sparmaßnahmen. Während im letzten Jahr noch leichte Verluste verzeichnet wurden, konnte im dritten Quartal ein unbereinigter Gewinn von 122 Millionen Euro erzielt werden. Auf das Gesamtjahr betrachtet, bleibt die Sparte jedoch defizitär mit Verlusten von 124 Millionen Euro. Continental plant eine Abspaltung dieser Sparte, die Fahrzeugkomponenten, Software für Autos und Sensorik umfasst. Zur finanziellen Stabilisierung der Sparte wurden bereits Stellen im Verwaltungsbereich abgebaut, was zu einer Einsparung von rund 200 Millionen Euro führen soll. Auch die Forschungsausgaben in der Automotive-Sparte werden gesenkt, und zwar von über zwölf auf etwa neun Prozent des Umsatzes.
Zusätzlich zu den Sparmaßnahmen investiert Continental in seine Reifensparte in der Region Asien-Pazifik. So wird das Werk im thailändischen Rayong für über 300 Millionen Euro erweitert, um die Produktionskapazität um rund drei Millionen Reifen pro Jahr zu steigern. Diese Investitionen sollen das starke Wachstum im Reifengeschäft weiter unterstützen, wie von Analysten positiv hervorgehoben wurde. Während das Reifengeschäft im dritten Quartal überzeugte, wurde im Automotive-Bereich eine eher schwache Auftragslage festgestellt. Trotz Fortschritten bleibt hier also noch Entwicklungsbedarf.
Weniger optimistisch zeigt sich Continental bezüglich der Industriesparte Contitech. Diese Sparte leidet unter der Investitionszurückhaltung in der Industrie, was zu einer Anpassung der Gewinnprognose führte. Der Umsatz der Sparte wird nun mit 6,2 bis 6,6 Milliarden Euro angegeben und liegt damit um rund 400 Millionen Euro unter der bisherigen Schätzung. Die Gewinnmarge wird ebenfalls geringer ausfallen und nun zwischen 5,8 und 6,3 Prozent erwartet, statt der zuvor veranschlagten 6,5 bis sieben Prozent.
Infolge dieser Anpassungen wird auch die Umsatzerwartung für den gesamten Konzern leicht nach unten korrigiert, auf 39,5 bis 42 Milliarden Euro. Trotz der Schwierigkeiten in der Industriesparte und der rückläufigen Autoproduktion geht Continental jedoch davon aus, die Gewinnmarge auf Konzernebene weiterhin im Bereich von sechs bis sieben Prozent halten zu können.
