Toyota hält Profitabilität trotz Herausforderungen stabil
Wechselkursverluste und Skandal belasten, Hybrid-Boom stärkt Marktposition

Toyota hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres ein solides Umsatzwachstum verzeichnet und seine hohe Profitabilität trotz leichter Rückgänge im Betriebsgewinn beibehalten. Der japanische Automobilhersteller meldete ein Umsatzplus von 24 Prozent, das 23,3 Billionen Yen (etwa 140 Milliarden Euro) erreichte. Obwohl der Betriebsgewinn um 3,7 Prozent auf 2,5 Billionen Yen (15 Milliarden Euro) sank, konnte die Gewinnmarge bei starken 10,6 Prozent gehalten werden – ein beeindruckender Wert im Vergleich zu vielen anderen Automobilherstellern. Aufgrund der stabilen Geschäftsentwicklung hat Toyota beschlossen, die Dividende für die zweite Jahreshälfte um 10 Yen zu erhöhen, was die Gesamtjahresdividende auf 90 Yen (0,54 Euro) pro Aktie anhebt.
Der Finanzvorstand Yoichi Miyazaki erklärte, dass der deutliche Rückgang des Nettogewinns um 26,4 Prozent keine Verschlechterung des operativen Geschäfts widerspiegele. Vielmehr resultiere dieser Rückgang aus Wechselkursschwankungen, die auf Vermögenswerte im Ausland einwirkten. Gewinne aus dem Vorjahr wurden durch den zwischenzeitlichen Anstieg des Yen teilweise wieder ausgeglichen, was zu ähnlich hohen Verlusten führte. Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich Toyota weiterhin robust und setzt sich von anderen großen Herstellern ab. So verzeichnete beispielsweise Volkswagen im letzten Quartal einen deutlichen Rückgang des operativen Gewinns um 42 Prozent und musste seine Margenprognose auf 5,6 Prozent senken. Auch der Konzern Stellantis hat seine Renditeerwartungen auf 5,5 bis sieben Prozent angepasst.
Toyota wurde jedoch durch einen Skandal um manipulierte Zulassungstests bei Tochtergesellschaften wie Daihatsu und Hino in Japan belastet, was zu Produktionsdrosselungen im Inland führte. Seit September hat sich die Produktion laut Toyota jedoch wieder normalisiert. Der Konzern profitiert zudem stark vom Boom der Hybridautos, die besonders in den USA und Europa großen Zuspruch finden. Der Anteil elektrifizierter Antriebe am Gesamtabsatz stieg auf 44 Prozent. Damit zeigt Toyota, dass es trotz eines schleppenden Elektroautoverkaufs in wichtigen Märkten weiterhin erfolgreich ist, zumal die Elektroauto-Offensive des Unternehmens erst kürzlich gestartet ist.
In China hielt sich Toyota besser als viele andere ausländische Hersteller, obwohl der Absatz im letzten Halbjahr um zehn Prozent auf 456.000 Fahrzeuge sank und der Gewinn um 24 Prozent zurückging. Laut Miyazaki konnte Toyota seine Profitabilität in China jedoch auf dem Niveau der besten heimischen Hersteller halten. Das Unternehmen behält seine Jahresprognose bei und rechnet mit einem weiteren Umsatzwachstum, jedoch mit einem um 28 Prozent geringeren Gewinn als im vorherigen Geschäftsjahr. Nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen stieg der Aktienkurs von Toyota leicht um 1,7 Prozent auf 2684 Yen an.
