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China hält Leitzinsen stabil – Peking toleriert stärkeren Yuan

Die People's Bank of China beließ ihre Loan Prime Rates zum zehnten Monat in Folge unverändert.

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China hält Leitzinsen stabil – Peking toleriert stärkeren Yuan

Die chinesische Zentralbank (People's Bank of China, PBOC) hat am Dienstag ihre wichtigsten Leitzinsen unverändert gelassen. Der einjährige Loan Prime Rate verbleibt bei 3,0 Prozent, der fünfjährige Satz bei 3,5 Prozent. Damit bleibt das Zinsniveau trotz stockenden Wirtschaftswachstums bereits den zehnten Monat in Folge stabil.

Der einjährige Zinssatz dient als Benchmark für die meisten neuen und ausstehenden Kredite in China. Das fünfjährige Niveau beeinflusst direkt die Hypothekenzinsen im Land. Die Entscheidung spiegelt den schwierigen Balanceakt der Behörden wider: Wirtschaft stützen und gleichzeitig die Währungsstabilität wahren.

Chinas Wirtschaft wuchs im vierten Quartal 2025 im Jahresvergleich nur noch um 4,5 Prozent – das langsamste Tempo seit der Aufhebung der strengen Corona-Beschränkungen Ende 2022. Das Wachstum der Einzelhandelsumsätze fiel im Dezember auf ein Dreijahrestief von lediglich 0,9 Prozent. Besonders alarmierend: Der BIP-Deflator verharrt seit elf aufeinanderfolgenden Quartalen im negativen Bereich – ein deutliches Zeichen für anhaltenden Deflationsdruck.

Deflation und schwache Binnennachfrage belasten die Wirtschaft

Die chinesischen Behörden kämpfen gegen eine tief verwurzelte Deflation. Verbraucher halten ihre Ausgaben zurück – angesichts eines lang anhaltenden Immobilienabschwungs, eines schwachen Arbeitsmarktes und unsicherer Einkommensaussichten. Um die Gesamtnachfrage zu stärken, setzen die politischen Entscheidungsträger nun verstärkt auf den Konsum von Dienstleistungen wie Altenpflege, Freizeit und Tourismus.

Gleichzeitig signalisiert die PBOC eine wachsende Toleranz gegenüber einer Aufwertung des chinesischen Yuan. Der Offshore-Yuan festigte sich von rund 6,974 Yuan je US-Dollar zu Jahresbeginn auf 6,889 am Dienstagmorgen – laut LSEG-Daten. Ende Januar unterschritt die Zentralbank beim täglichen Fixing-Kurs erstmals seit fast drei Jahren die Marke von 7 Yuan je Dollar.

Stärkerer Yuan als zweischneidiges Schwert

Die Aufwertung des Yuan ist jedoch nicht ohne Risiken. Ein stärkerer Wechselkurs könnte die ohnehin durch US-Zölle belastete Exportwirtschaft des Landes zusätzlich unter Druck setzen und den Wettbewerbsvorteil chinesischer Exporteure gegenüber anderen Herstellern aus dem verarbeitenden Gewerbe schmälern. Die PBOC steuert den Yuan innerhalb einer Bandbreite von zwei Prozent beiderseits eines täglich festgelegten Mittelwerts.

Ökonomen der niederländischen Bank ING prognostizieren für 2025 eine Schwankungsbreite des Yuan zwischen 6,85 und 7,25 je US-Dollar. Hintergrund ist Pekings strategisches Ziel, die Internationalisierung seiner Währung voranzutreiben. "Der Unsicherheitsfaktor wird sein, ob das Ziel der Währungsstabilität im Jahr 2026 aufgeweicht wird", schreiben die ING-Analysten. Für deutsche Anleger und exportorientierte Unternehmen mit China-Geschäft bleibt die Entwicklung des Yuan damit ein wichtiger Beobachtungsfaktor.

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