Thailands Notenbankchef peilt 2026 Wachstum von 2,7 Prozent an
Gouverneur Vitai Ratanakorn setzt auf einen breiten Politikmix und gezielte Investitionen, um Thailands Wirtschaft zu stärken.

Thailands Zentralbankgouverneur Vitai Ratanakorn hat auf einem Wirtschaftsseminar die Wachstumsziele für 2026 nach oben korrigiert. Während die Bank of Thailand zuvor lediglich 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum prognostiziert hatte, liegen die aktuellen Erwartungen nun bei rund 1,9 Prozent. Langfristig strebt Vitai ein Wachstum von 2,7 Prozent an – erreicht durch einen breiteren Politikmix und zusätzliche Investitionen.
Die wirtschaftliche Stabilität des südostasiatischen Landes sei zwar solide, das Wachstum jedoch nach wie vor zu gering, betonte Vitai. Strukturelle Probleme bremsten die Expansion, weshalb Regierungsbehörden aktiv an Lösungen arbeiteten. Kurzfristige Stimulusmaßnahmen seien notwendig, um die Zeit zu überbrücken, bis längerfristige Reformen Wirkung zeigten.
Besserer Kreditzugang für kleine Unternehmen
Ein zentrales Anliegen der Bank of Thailand ist die Verbesserung der Finanzierungsbedingungen für kleinere Firmen. Vitai kündigte konkrete Schritte an, um kleinen Unternehmen den Zugang zu Krediten zu erleichtern. Dazu gehören Maßnahmen zu Gebühren von Finanzinstituten sowie neue Regeln für Bargeldauszahlungen und -einzahlungen, die im kommenden Monat vorgestellt werden sollen.
Am Mittwoch steht die turnusmäßige Überprüfung der Leitzinsen durch die Zentralbank an. Laut einer Reuters-Umfrage wird erwartet, dass die Bank of Thailand den Leitzins unverändert bei 1,25 Prozent belässt. Für Investoren und Unternehmen bleibt das Zinsumfeld in Thailand damit vorerst stabil.
