ByteDance verschärft Schutzmaßnahmen nach Disney-Abmahnung wegen KI-Tool Seaart
Hollywood-Studios werfen chinesischem TikTok-Konzern systematische Urheberrechtsverletzungen durch KI-Videogenerator vor.
Der chinesische Technologiekonzern ByteDance steht massiv unter Druck von Hollywood. Nach scharfer Kritik führender Unterhaltungskonzerne hat das Unternehmen angekündigt, die Sicherheitsvorkehrungen für sein KI-Tool Seaart 2.0 deutlich zu verschärfen. Das Tool ermöglicht es Nutzern, auf Basis von Textbefehlen realistische Videos zu erstellen – offenbar auch mit urheberrechtlich geschützten Charakteren.
Der Konflikt eskalierte Ende letzter Woche, als die Motion Picture Association (MPA), die Branchenorganisation großer Hollywood-Studios wie <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix, Disney, Warner Bros. Discovery und Sony, eine deutliche öffentliche Erklärung abgab. Darin forderte der Verband ByteDance auf, die "rechtsverletzenden Aktivitäten" unverzüglich einzustellen.
Disney verschickt Unterlassungserklärung
Disney ging noch einen Schritt weiter und übermittelte am Freitag eine formelle Unterlassungserklärung an ByteDance. Laut einem Bericht von Axios wirft der Unterhaltungsriese dem chinesischen Konzern vor, sein geistiges Eigentum ohne Erlaubnis zu verbreiten und zu vervielfältigen. In der rechtlichen Mitteilung wird behauptet, ByteDance habe Seaart faktisch mit einer "raubkopierten Bibliothek" urheberrechtlich geschützter Charaktere ausgestattet.
Besonders brisant: Die Charaktere seien so dargestellt worden, als handele es sich um gemeinfreie Clip-Art-Grafiken. Online kursierende virale Videos zeigen offenbar bekannte Disney-Figuren sowie Ebenbilder von Prominenten, die mit dem KI-Tool erstellt wurden. Dies weckt in den USA erhebliche Bedenken hinsichtlich des Schutzes geistigen Eigentums.
Auch Paramount schickt Abmahnung
Disney ist nicht allein mit seinen Vorwürfen. Wie das Branchenmagazin Variety am Wochenende berichtete, hat auch Paramount Skydance eine Unterlassungserklärung an ByteDance verschickt und ähnliche Anschuldigungen erhoben. Die koordinierte Aktion mehrerer großer Studios unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Urheberrechtsbedenken.
Für Disney ist es nicht der erste Konflikt dieser Art. Bereits im September warnte der Konzern das KI-Startup Character.AI wegen unbefugter Nutzung seiner Charaktere. Gleichzeitig zeigt Disney aber auch, dass Kooperationen möglich sind: Mit OpenAI schloss das Unternehmen einen Lizenzvertrag und investierte in das Unternehmen. Diese Vereinbarung erlaubt es OpenAI, Disney-Charaktere aus Star Wars, Pixar und Marvel in seinem Videogenerator Sora zu verwenden.
Der Fall verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen traditionellen Medienunternehmen und KI-Entwicklern. Während die Technologie rasante Fortschritte macht, hinkt die rechtliche Regulierung hinterher. Für Investoren im Tech- und Medienbereich dürfte die Entwicklung richtungsweisend sein – sowohl für ByteDance als auch für die gesamte KI-Branche.
