Alibaba lanciert Qwen3,5: Neues KI-Modell für Agentenära
Chinesischer Tech-Konzern will mit kosteneffizientem Modell gegen ByteDance und DeepSeek punkten.

Alibaba hat sein neues KI-Modell Qwen3,5 vorgestellt und positioniert sich damit im intensiven Wettbewerb um Marktanteile im chinesischen KI-Markt. Das Modell soll speziell für die Ära der KI-Agenten entwickelt worden sein und bietet nach Unternehmensangaben deutliche Effizienzvorteile gegenüber seinem Vorgänger.
Das neue Modell ist laut Alibaba um 60 Prozent kostengünstiger im Betrieb und verarbeitet große Arbeitslasten achtmal effizienter als die Vorgängerversion. Eine Besonderheit stellt die Fähigkeit dar, eigenständig Aktionen in mobilen und Desktop-Anwendungen auszuführen – eine Funktion, die Alibaba als "visuelle Agenten-Fähigkeiten" bezeichnet. "Qwen3,5 wurde für die Ära der KI-Agenten entwickelt und soll Entwicklern und Unternehmen helfen, schneller voranzukommen und mit der gleichen Rechenleistung mehr zu erreichen", teilte das Unternehmen mit.
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist strategisch gewählt. Alibaba steht unter Druck, mehr Nutzer für seine Chatbot-App Qwen zu gewinnen. Derzeit dominiert ByteDance mit seiner App Doubao den Markt, die fast 200 Millionen aktive Nutzer in China verzeichnet. Erst am Samstag hatte ByteDance mit Doubao 2.0 ein Upgrade veröffentlicht, das ebenfalls für die KI-Agentenära optimiert wurde.
Jüngste Erfolge im KI-Wettbewerb
Dennoch konnte Alibaba zuletzt Erfolge verbuchen. Anfang Februar führte eine Gutschein-Kampagne, bei der Verbraucher Speisen und Getränke direkt über den Qwen-Chatbot kaufen konnten, zu einem siebenfachen Anstieg der aktiven Nutzer – trotz einiger technischer Probleme. Dies zeigt das Potenzial, das in der Integration von KI in E-Commerce-Anwendungen steckt.
Im vergangenen Jahr gehörte Alibaba zu den ersten Unternehmen, die auf den viralen Erfolg von DeepSeek reagierten. Das chinesische Start-up hatte als erstes heimisches KI-Unternehmen den globalen Durchbruch geschafft und weltweit für Aufsehen gesorgt. Alibaba veröffentlichte daraufhin Qwen 2,5-Max, das nach eigenen Angaben einem der Erfolgsmodelle von DeepSeek überlegen sein sollte.
Benchmarks ohne DeepSeek-Vergleich
In der aktuellen Ankündigung zu Qwen3,5 erwähnt Alibaba DeepSeek nicht mehr direkt. Die veröffentlichten Benchmarks zeigen lediglich, dass das neue Modell frühere Versionen sowie die US-Konkurrenzmodelle GPT-5,2, Claude Opus 4,5 und Gemini 3 Pro übertrifft. Branchenbeobachter erwarten, dass DeepSeek in den kommenden Tagen sein Modell der neuen Generation vorstellen wird.
Die Spannung unter Investoren und Branchenkennern ist groß, insbesondere vor dem Hintergrund des weltweiten Tech-Aktien-Ausverkaufs, den DeepSeek vor einem Jahr ausgelöst hatte. Der chinesische KI-Markt bleibt damit eines der dynamischsten und umkämpftesten Segmente der globalen Technologiebranche.
