Burnham fordert globale KI-Regulierung bei UN-Treffen mit Trump
Britischer Premier Burnham wirbt bei UN für globale KI-Regulierung und will als Vermittler zwischen USA und China agieren.
Der britische Premierminister Andy Burnham will die künstliche Intelligenz ins Zentrum der internationalen Politik rücken. Bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York wird er am Dienstag für eine globale Initiative zur Regulierung der KI-Technologie werben. Großbritannien könne dabei als „ehrlicher Makler“ fungieren, so Burnham vor seiner Abreise in die USA.
Der Premier trifft in New York unter anderem US-Präsident Donald Trump. Das Treffen ist mit Spannung erwartet, denn Trump hatte KI-Sicherheitsbedenken wiederholt als „Hoax“ bezeichnet und sich gegen strengere Regulierungen ausgesprochen. Burnham setzt dagegen auf die besondere Beziehung zwischen Großbritannien und den USA – und auf die Bewunderung Trumps für König Charles. Der Monarch hatte erst vor wenigen Tagen auf einem Gipfeltreffen in Schottland vor den „existenziellen Gefahren“ der KI gewarnt.
Großbritannien als Brückenbauer zwischen USA und China
Burnham will die KI zum Schwerpunkt der britischen G20-Präsidentschaft im kommenden Jahr machen. In seiner Rede vor den Vereinten Nationen wird er Parallelen zur Finanzkrise 2009 ziehen. Damals koordinierte der damalige Premier Gordon Brown eine globale Antwort auf den Finanzcrash – nun sei eine ähnlich abgestimmte internationale Reaktion auf die KI-Herausforderungen nötig.
„Ich denke, wir sind in einzigartiger Position, um eine Führungsrolle bei der KI zu übernehmen, und es ist für mich sehr klar, dass uns die G20-Präsidentschaft diese Gelegenheit gibt“, sagte Burnham gegenüber Reportern. Großbritannien mit seinem bedeutenden KI-Sektor könne dabei helfen, die USA und China an einen Tisch zu bringen. Ein Gipfeltreffen in Manchester ist für November 2027 geplant.
Heikle Themen beim Treffen mit Trump
Neben der KI birgt das erste persönliche Treffen zwischen Burnham und Trump mehrere potenzielle Konfliktpunkte. Dazu zählen Trumps Forderungen nach weiteren Bohrungen nach Öl und Gas in der Nordsee, die Zukunft des britisch-US-amerikanischen Luftwaffenstützpunkts auf Diego Garcia sowie die britische Souveränität über die Falklandinseln.
Burnham will das Gespräch nutzen, um Trump zu einem frühzeitigen Ende des US-Kriegs gegen Iran zu drängen. Gleichzeitig betont der Premier, dass sein New-York-Besuch auch dazu diene, die Probleme der Lebenshaltungskosten im Inland anzugehen. Um das Eis mit Trump zu brechen, setzt Burnham auf die Verteidigungszusammenarbeit beider Länder – unter anderem auf den erfolgreichen Start eines schweren Torpedos von einem in Plymouth gebauten Unterwasser-Drohnensystem.
Unterstützung für Saudi-Arabien und Ukraine
Der Premierminister hat zudem die Nutzung eines Voyager-Tankflugzeugs der Royal Air Force genehmigt, um Saudi-Arabien in seinem Konflikt mit iranisch unterstützten Houthi-Rebellen im Jemen zu helfen. Die Rebellen stören den Ölfluss in der Region. Zugleich will Burnham Trump dazu bewegen, mehr für die Unterstützung der Ukraine bei der Abwehr russischer Luftangriffe zu tun.
Die Bedeutung der KI für die nationale Sicherheit wird Burnham in New York ebenfalls hervorheben – insbesondere beim Schutz kritischer Infrastrukturen.
G20-Gipfel in Manchester und EU-Neuanfang
Burnham wird bei den Vereinten Nationen bestätigen, dass der G20-Gipfel im nächsten Jahr in Manchester stattfindet – jener Stadt, deren Bürgermeister er bis vor Kurzem war. Mit einem Scherz will er Trump dafür rügen, Manchester als „Stadt“ (town) zu bezeichnen.
Neben dem Treffen mit Trump steht auch ein Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf dem Programm. Burnham strebt einen Durchbruch bei der Neuausrichtung der britisch-europäischen Beziehungen an. Die Nummer 10 Downing Street erklärte, Burnham werde „enge Bindungen zwischen der Industrie Großbritanniens und der EU fördern“. Hintergrund ist die Sorge, dass Großbritannien von der neuen Brüsseler Industriepolitik „Made in Europe“ ausgeschlossen werden könnte.
Investoren und Kritik an Reisetätigkeit
Der Premier wird in New York zudem mit Investoren zusammentreffen und versprechen, Großbritannien zu einem Ort zu machen, „an dem es einfacher ist zu investieren, einfacher Kapital aufzunehmen, einfacher die talentierten Mitarbeiter zu beschäftigen, die Unternehmen benötigen, und einfacher zu wachsen“.
Kritiker werfen Burnham vor, als Premier zu viel Zeit auf Auslandsreisen zu verbringen und nennen ihn „never here Keir“. Die Nummer 10 verteidigt die Reisetätigkeit: „Die britische Bevölkerung im Inland steht im Mittelpunkt der Mission des Premierministers in New York“, hieß es mit Blick auf das sich „verdüsternde globale Bild“.
