Britische Inflation steigt auf 3,1 Prozent – Benzin und Diesel treiben Preise
Steigende Kraftstoff- und Flugpreise heizen die britische Teuerung auf den höchsten Stand seit sechs Monaten an.

Die britische Inflation ist im August auf 3,1 Prozent gestiegen – der höchste Stand seit sechs Monaten. Wie das Office for National Statistics (ONS) mitteilte, beschleunigte sich die Teuerungsrate damit von 2,9 Prozent im Vormonat. Haupttreiber waren deutlich gestiegene Preise für Benzin, Diesel und Flugtickets.
Die Kosten für das Befüllen eines Fahrzeugs schossen im August in die Höhe. Grund dafür ist der anhaltende Konflikt im Nahen Osten, der die globalen Öllieferungen weiterhin stört. Die Benzinkosten erreichten laut ONS den höchsten Stand seit fast vier Jahren, während auch die Dieselpreise stark anzogen.
Insgesamt stiegen die Kraftstoffpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat August um 23 Prozent. Ein Barrel Rohöl notierte bei mehr als 91 US-Dollar, nachdem der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran weiter andauerte. Kurz vor Beginn der Feindseligkeiten zu Beginn dieses Jahres lag der Preis noch bei rund 73 US-Dollar.
Kraftstoffpreise auf Mehrjahreshoch
Die durchschnittlichen Benzinkosten erhöhten sich zwischen Juli und August um 9,1 Pence auf 161,3 Pence pro Liter. „Dies ist der höchste seit November 2022 verzeichnete Preis“, teilte das ONS mit. Damals hatte der vollständige russische Überfall auf die Ukraine die globalen Energiekosten in die Höhe getrieben.
Auch die Flugkosten sprangen im entscheidenden Monat für Sommerurlaube deutlich an. Die Kombination aus höheren Energiepreisen und saisonalen Reisekosten ließ die Gesamtinflation weiter steigen.
Der Anstieg bedeutet, dass sich die Teuerung weiter vom Zielwert der Bank of England von 2 Prozent entfernt. Die britische Notenbank nutzt Zinssätze zur Steuerung der Inflation. Derzeit liegt der Leitzins bei 3,75 Prozent. Die Bank of England trifft sich am Donnerstag, um über eine mögliche Änderung zu entscheiden.
Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähig
Schatzkanzler John Healey, der nächsten Monat seinen ersten Haushalt ankündigen wird, äußerte sich zu den Entwicklungen: „Der Krieg im Nahen Osten beeinflusst die Inflation weltweit, nicht nur hierzulande. Das spüren wir bei unseren Rechnungen, beim wöchentlichen Einkauf und an den Zapfsäulen.“
Gleichzeitig betonte Healey: „Trotz dieser ernsthaften globalen Unsicherheiten erweist sich die britische Wirtschaft als widerstandsfähig.“ Die jüngsten Zahlen untermauern diese Einschätzung: Die britische Wirtschaft expandierte im Juli um 0,4 Prozent, begünstigt durch Investitionen in künstliche Intelligenz.
Allerdings verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal zwischen April und Juni auf 0,4 Prozent, nachdem es im Zeitraum von Januar bis März noch bei 0,6 Prozent gelegen hatte. Die anhaltend hohe Inflation und die geopolitischen Spannungen bleiben damit die größten Herausforderungen für die britische Wirtschaftspolitik.
