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Brasiliens Zentralbank lässt Umfang des Zinssenkungszyklus offen

Angesichts geopolitischer Unsicherheiten durch den US-Israel-Iran-Konflikt bleibt der finale Zinssenkungsumfang Brasiliens ungewiss.

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Brasiliens Zentralbank lässt Umfang des Zinssenkungszyklus offen

Die brasilianische Zentralbank hält sich beim Umfang ihres laufenden Zinssenkungszyklus alle Optionen offen. Paulo Picchetti, Direktor für internationale Angelegenheiten der Bank, erklärte am Donnerstag, dass die Risikobilanz für die Inflation nun asymmetrischer erscheine als noch bei der Sitzung im März. Ausschlaggebend dafür sind die wachsenden Unsicherheiten rund um den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran.

„Die Lage hat sich seit unserer März-Sitzung definitiv nicht verbessert", sagte Picchetti auf einer vom Finanzinstitut Itaú Unibanco organisierten Veranstaltung in Washington. Die Notenbank hatte im März die Zinswende eingeleitet und den Leitzins – den sogenannten Selic-Zinssatz – um 25 Basispunkte auf 14,75 Prozent gesenkt. Zuvor hatten die Währungshüter die Kreditkosten seit Mitte des vergangenen Jahres auf dem höchsten Stand seit fast 20 Jahren gehalten.

Asymmetrische Inflationsrisiken als zentrales Signal

Zum Zeitpunkt der März-Sitzung betrachtete die Zentralbank die Inflationsrisiken noch als symmetrisch – also gleichermaßen nach oben wie nach unten gerichtet. Diese Einschätzung hat sich seither verändert. Picchetti machte jedoch deutlich, dass eine asymmetrische Risikolage nicht zwingend ein sofortiges Ende des Zinssenkungszyklus bedeute: „Ich habe nicht explizit gesagt, dass dies – selbst wenn die Risiken asymmetrisch werden – ein Grund für ein sofortiges Ende des Zyklus wäre. Aber dies ist etwas, das offensichtlich Auswirkungen auf den Gesamtumfang des Zyklus hat."

Die jüngsten Inflationsdaten geben der Notenbank Anlass zur Sorge. Die Teuerungsrate lag in den zwölf Monaten bis März bei 4,14 Prozent – und überraschte damit nach oben. Das offizielle Inflationsziel der brasilianischen Zentralbank liegt bei 3 Prozent. Picchetti äußerte wiederholt Besorgnis über die Abweichung der Markterwartungen von diesem Zielwert, insbesondere bei längerfristigen Prognosen.

Geopolitik und Ölpreise im Fokus

Ein zentrales Thema ist die Frage, wie sich der geopolitische Konflikt im Nahen Osten auf die brasilianische Wirtschaft auswirkt. Die Währungshüter prüfen derzeit, ob der durch den Konflikt verursachte Angebotsschock die Preise direkt nach oben treibt oder ob sich bereits sogenannte Zweitrundeneffekte abzeichnen – also eine breitere Weitergabe gestiegener Kosten an Verbraucher und Unternehmen. „Das ist eine wichtige Frage, die wir genau verfolgen werden", sagte Picchetti.

Gleichzeitig ist unklar, ob der Konflikt das Wirtschaftswachstum in Brasilien stützen könnte. Als Netto-Ölexporteur und größte Volkswirtschaft Lateinamerikas könnte Brasilien grundsätzlich von höheren Ölpreisen profitieren. Picchetti betonte jedoch, dass die Zentralbank in dieser Frage noch keine klare Einschätzung habe.

Im Vorfeld der nächsten geldpolitischen Sitzung am 28. und 29. April will die Zentralbank weiterhin datenabhängig agieren. Wie weit der Zinssenkungszyklus letztlich reicht, bleibt damit vorerst eine offene Frage – abhängig von der Entwicklung der Inflation, der Markterwartungen und der geopolitischen Lage.

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