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Lagarde warnt: Iran-Konflikt treibt Inflationsrisiken im Euroraum

EZB-Chefin Christine Lagarde sieht die Inflationsrisiken für den Euroraum klar nach oben gerichtet – der Nahost-Konflikt verschärft die Lage.

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Lagarde warnt: Iran-Konflikt treibt Inflationsrisiken im Euroraum

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat am Freitag eindringlich vor steigenden Inflationsrisiken im Euroraum gewarnt. Bei einem Treffen des Internationalen Währungs- und Finanzausschusses in Washington erklärte sie, die Unsicherheit über den Inflationsausblick habe „deutlich zugenommen". Auslöser ist der eskalierte Konflikt im Nahen Osten, der die Energiepreise unter Druck setzt.

„Die Risiken für den Ausblick sind nach oben gerichtet, insbesondere auf kurze Sicht, während die mittelfristigen Auswirkungen von der Intensität und Dauer des Krieges abhängen werden", sagte Lagarde in ihrer offiziellen Erklärung. Die EZB prüft derzeit, welche geldpolitischen Maßnahmen – falls überhaupt – ergriffen werden müssen, um den durch die Kämpfe im Nahen Osten verursachten Inflationsschub einzudämmen.

Eine unmittelbare Reaktion der Notenbank bei der Sitzung in diesem Monat gilt jedoch als unwahrscheinlich. Die Währungshüter wollen zunächst weitere Informationen über die Auswirkungen der steigenden Energiepreise sammeln, bevor sie handeln. „Wir beobachten die Situation genau", betonte Lagarde.

Inflation über dem EZB-Ziel – Negativszenario im Blick

Die aktuellen Daten zeigen bereits eine Überschreitung des EZB-Ziels: Die Verbraucherpreise im Euroraum stiegen im März um 2,6 Prozent – und lagen damit über dem angestrebten Zielwert von 2,0 Prozent. Gegenüber Bloomberg Television erklärte Lagarde in dieser Woche, dass sich die europäische Wirtschaft derzeit zwischen dem Basisszenario der EZB und einem im vergangenen Monat entworfenen Negativszenario befinde. In diesem Negativszenario würde die Inflation einen Höchststand von 4,2 Prozent erreichen.

Trotz der angespannten Lage bekräftigte die EZB-Chefin das mittelfristige Ziel der Notenbank: „Wir sind entschlossen sicherzustellen, dass sich die Inflation mittelfristig bei unserem Ziel von 2% stabilisiert." Die Aussage unterstreicht, dass die EZB trotz externer Schocks an ihrer geldpolitischen Ausrichtung festhält und keine voreiligen Entscheidungen treffen will.

Geopolitische Risiken belasten die Eurozone von mehreren Seiten

Lagarde machte deutlich, dass der Krieg im Nahen Osten nicht nur Inflationsrisiken nach oben treibt, sondern gleichzeitig ein Abwärtsrisiko für die Wirtschaft im Euroraum darstellt. Die Kombination aus höheren Energiepreisen und gedämpfter Konjunktur stellt die EZB vor ein klassisches geldpolitisches Dilemma.

Zusätzliche Risiken entstehen laut Lagarde durch straffere globale Finanzierungsbedingungen, Handelskonflikte sowie andere geopolitische Spannungen – darunter ausdrücklich auch der anhaltende Krieg Russlands gegen die Ukraine. Das volatile globale politische Umfeld werde durch den Nahost-Konflikt weiter verschärft.

Die EZB-Präsidentin nutzte die Gelegenheit auch, um auf strukturelle Konsequenzen hinzuweisen: Die aktuelle Energiekrise unterstreiche die Notwendigkeit, die Abhängigkeit der europäischen Wirtschaft von fossilen Brennstoffen zu verringern. Für deutsche Anleger und Verbraucher bedeutet die Gemengelage, dass die Hoffnung auf rasche Zinssenkungen durch die EZB vorerst gedämpft bleibt – die Notenbank bleibt in Wartestellung und beobachtet die weitere Entwicklung im Nahen Osten genau.

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