Bitcoin fällt unter 67.000 Dollar nach restriktivem Fed-Protokoll
Kryptowährung verliert 1,3 Prozent – Fed signalisiert mögliche Zinserhöhungen bei anhaltender Inflation

Bitcoin ist am Donnerstag unter die Marke von 67.000 US-Dollar gefallen und hat damit seine jüngsten Verluste ausgeweitet. Die weltweit führende Kryptowährung notierte bei 66.963,80 Dollar, ein Minus von 1,3 Prozent. Auslöser für den Kursrückgang waren restriktive Signale aus dem Protokoll der Januar-Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve.
Das Fed-Protokoll offenbarte zunehmende Uneinigkeit unter den Entscheidungsträgern über den langfristigen Pfad von Zinsen und Inflation. Besonders brisant: Mehrere Fed-Mitglieder deuteten an, dass Zinserhöhungen angemessen sein könnten, falls die Inflation hartnäckig bleibt. Diese Aussicht belastet Bitcoin besonders stark, da höhere Zinsen rein spekulative Anlagen unattraktiver machen.
Zusätzlich gerieten die Kryptopreise durch verschärfte geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran unter Druck. Während Gold von der Nachfrage nach sicheren Häfen profitierte, blieben Kryptowährungen deutlich zurück. Auch die Rallye bei globalen Technologiewerten konnte dem Kryptomarkt keine Impulse geben, obwohl Bitcoin historisch meist dem Tech-Sektor folgt.
Fed-Unsicherheit belastet Märkte
Die Verunsicherung über die künftige Zinspolitik zeigt sich auch in anderen Bereichen. Die Fed-Mitglieder äußerten Unsicherheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen künstlicher Intelligenz, wobei Uneinigkeit herrschte, ob die Technologie das Wachstum bremsen oder fördern wird. Nach Veröffentlichung des Protokolls schichteten Händler verstärkt in den US-Dollar um.
David Solomon, CEO von Goldman Sachs, erklärte auf dem World Liberty Forum, er besitze persönlich nur sehr wenig Bitcoin, verfolge die Kryptowährung jedoch genau. Die Wall-Street-Bank könnte sich unter der Regierung von Donald Trump weiter in den Kryptobereich vorwagen, insbesondere angesichts einer klareren Regulierung. Goldman Sachs hat bislang einen vorsichtigen Ansatz gegenüber Kryptowährungen beibehalten.
Altcoins unter Druck
Der breite Kryptomarkt bewegte sich mangels positiver Impulse in einer engen Spanne. Ether, die zweitgrößte Kryptowährung, fiel um 1,1 Prozent auf 1.980,99 Dollar. XRP verzeichnete mit fast 4 Prozent Minus auf 1,4228 Dollar die größten Verluste. Solana, Cardano und BNB gaben zwischen 0,4 und 3 Prozent nach.
Unter den Memecoins sank Dogecoin um 2,5 Prozent, während der Trump-Token 1,7 Prozent einbüßte. Die meisten Altcoins haben in den letzten Monaten herbe Verluste verzeichnet, da sich die Anlegerstimmung gegenüber Kryptowährungen auf breiter Front abschwächte.
Der Fokus liegt nun auf den anstehenden US-Wirtschaftsdaten, um weitere Hinweise auf den Zinspfad zu erhalten. Von zentraler Bedeutung wird der PCE-Preisindex sein – das bevorzugte Inflationsmaß der Fed –, der am Freitag veröffentlicht wird. Dieser könnte weitere Aufschlüsse über die künftige Geldpolitik geben.
