BHP droht Schiedsverfahren in Port Hedland wegen Lohnstreit
Gewerkschaft ruft Schiedsgericht an – Verhandlungen mit BHP seit neun Monaten festgefahren.

Mitarbeiter bei BHP (ASX: BHP) im australischen Port Hedland streben ein Schiedsverfahren wegen eines Lohnstreits an. Die Spannungen am weltweit größten Eisenerz-Exportzentrum könnten sich dadurch weiter verschärfen.
Die Gewerkschaft Combined BHP Ports Unions teilte am Dienstag mit, dass sie die australische Fair Work Commission um eine Festlegung von Gehalt und Arbeitsbedingungen bitten wird. Hintergrund ist, dass mehr als neun Monate andauernde Verhandlungen zu keinem vierjährigen Abkommen geführt haben.
Die Gewerkschaft, die etwa 450 Betreiber und Wartungsmitarbeiter vertritt, plant einen Antrag auf eine Erklärung über unüberwindbare Verhandlungsblockaden zu stellen. Dieses Instrument ermöglicht es dem Arbeitsplatzgericht, einzugreifen und Bedingungen festzulegen, wenn die Verhandlungen in einer Sackgasse enden.
Harte Vorwürfe der Gewerkschaft
„BHP ist nicht bereit, ein Abkommen zu verhandeln, das den spezialisierten Fähigkeiten, extremen Bedingungen und erheblichen persönlichen Opfern derjenigen Rechnung trägt, die dem Unternehmen in diesem Jahr mehr als 13 Milliarden Dollar an Gewinn eingebracht haben“, heißt es in einer Erklärung der Gewerkschaft.
Port Hedland im Westen Australiens ist das wichtigste Versandtor für BHPs Pilbara-Eisenerzoperationen. Die Arbeitsbeziehungen in dieser Einrichtung sind daher für eines der größten Geschäftsfelder des Bergbauunternehmens von großer Bedeutung. Ein Abkommen würde zudem den ersten gewerkschaftlichen Vertrag in der Pilbara seit einem aggressiven Entgewerkschaftsfeldzug markieren, der die Region vor drei Jahrzehnten durchzog.
Bereits erste Arbeitsniederlegungen
Der Streit hat bereits industrielle Maßnahmen ausgelöst. Arbeiter legten im August zwei Tage lang die Arbeit nieder – die erste größere Arbeitsmaßnahme in der Einrichtung seit einem Vierteljahrhundert. Zudem haben die drei Gewerkschaften in Port Hedland eine Reihe von 24-Stunden-Streiks veranstaltet. BHP versichert, dass diese Aktionen die Sendungen nicht beeinflusst haben.
In den letzten Monaten haben sich beide Seiten fast wöchentlich getroffen, wobei die Fair Work Commission die Verhandlungen erleichterte. „Unser Fokus bleibt darauf, ein faires und angemessenes Abkommen zu liefern“, sagte ein BHP-Sprecher.
BHP hat letzte Woche sein jüngstes Angebot unterbreitet und betont, dass fortgesetzte Verhandlungen den schnellsten Weg zu einem Abkommen bieten. Der Bergbaukonzern plant, den Schiedsantrag der Gewerkschaft zu widersprechen, da er glaubt, dass der Streit noch durch Verhandlungen gelöst werden kann.
Angebot und Reaktion
Für die meisten Arbeiter bietet BHP eine prozentuale Lohnerhöhung über vier Jahre sowie höhere Roster-Zulassungen und eine Übergangszahlung von 25.000 australischen Dollar (rund 17.800 US-Dollar), die über zwei Jahre verteilt wird. Die Gewerkschaft argumentiert dagegen, dass etwa ein Teil der Belegschaft unter dem Vorschlag schlechter dastehen würde.
Die BHP-Aktie schloss am Dienstag in Sydney um rund zwei Prozent niedriger bei 59,25 australischen Dollar und unterperformte damit den S&P/ASX 200, der um etwa drei Prozent nachgab. Der Ausgang des Schiedsverfahrens dürfte für den weiteren Kursverlauf des Bergbauriesen von Bedeutung sein.
