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Bernstein senkt Goldpreis-Prognose für 2030 auf 5.600 Dollar

Bernstein senkt Goldpreis-Prognose für 2030 auf 5.600 Dollar, bleibt aber bullisch.

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Bernstein senkt Goldpreis-Prognose für 2030 auf 5.600 Dollar

Das Analysehaus Bernstein hat seine langfristige Goldpreisprognose für das Jahr 2030 gesenkt, bleibt dem Edelmetall aber weiterhin klar zuversichtlich gestimmt. Der zuständige Analyst Bob Brackett korrigierte die Prognose auf 5.600 US-Dollar pro Unze, nachdem zuvor noch 6.100 US-Dollar erwartet worden waren.

Hintergrund der Anpassung ist eine veränderte Zinserwartung. Während zu Jahresbeginn noch mit ein oder zwei Zinssenkungen gerechnet wurde, gehen die Märkte inzwischen von zwei oder drei Zinserhöhungen bis 2027 aus. Die Realzinsen sind seit Anfang März von rund 1,7 Prozent auf etwa 2,7 Prozent gestiegen.

Gold zeigt sich widerstandsfähig

Trotz der historisch negativen Korrelation zwischen Gold und Realzinsen beobachtet Bernstein eine bemerkenswerte Stabilität. Die Bestände in Gold-ETFs sind in diesem Jahr weitgehend unverändert geblieben. Auch nach der jüngsten Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve blieben die Goldpreise stabil.

„Das Metall kann bei langsam steigenden Realzinsen steigen – dem Pfad, auf dem wir uns derzeit zu befinden scheinen“, erklärte Analyst Brackett. Er verwies dabei auf die Widerstandsfähigkeit des Goldes im Zeitraum von 2023 bis 2025.

Zentralbanken als entscheidender Treiber

Den wichtigsten strukturellen Treiber für den Goldpreis sieht Bernstein weiterhin in den Käufen der Zentralbanken. „Wir glauben weiterhin, dass die Zentralbanken mit der Diversifizierung ihrer Reserven weg vom US-Dollar und anderen Währungen der G7-Staaten zugunsten von Gold noch nicht fertig sind“, schrieb Brackett.

Mehrere große Reservehalter – darunter China, Japan und Saudi-Arabien – halten nach Angaben des Analysten weiterhin weniger als zehn Prozent ihres Portfolios in Gold. Dieses Potenzial für weitere Käufe stützt die optimistische Langfristprognose.

Risiken für die Prognose

Als größtes Risiko für die Goldpreisentwicklung identifizierte Brackett eine mögliche Verlangsamung der Zentralbankkäufe. Zudem könnten anhaltend hohe Diesel- und Raffinerieproduktpreise die Inflation weiter anheizen und die Erwartungen auf zusätzliche Zinserhöhungen stützen.

Ein weiterer Risikofaktor sei die politische Entwicklung in den USA. Sollten die Republikaner bei den Zwischenwahlen (Midterms) ihre Mehrheit im Kongress verlieren, könnte dies die Nachfrage nach sicheren Häfen wie Gold dämpfen.

Fazit für Anleger

Die gesenkte Prognose von Bernstein zeigt, dass selbst bullische Analysten ihre Erwartungen an veränderte Rahmenbedingungen anpassen. Mit 5.600 US-Dollar pro Unze bis 2030 bleibt die Prognose jedoch deutlich über dem aktuellen Preisniveau. Anleger sollten die Entwicklung der Zentralbankkäufe und der Realzinsen als wichtige Indikatoren für die weitere Goldpreisentwicklung im Auge behalten.

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