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Bayer vor Supreme Court: Glyphosat-Streit erreicht entscheidende Phase

Der US-Oberste Gerichtshof verhandelt über Bayers Berufung im milliardenschweren Glyphosat-Rechtsstreit – mit weitreichenden Folgen.

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Bayer vor Supreme Court: Glyphosat-Streit erreicht entscheidende Phase

Bayer kämpft vor dem Obersten Gerichtshof der USA um eine Wende im jahrelangen Glyphosat-Rechtsstreit. Zum Auftakt der Anhörung warnte der Anwalt des Leverkusener Konzerns, Paul Clement, vor gravierenden wirtschaftlichen Konsequenzen, sollte das Gericht zugunsten der Kläger entscheiden. Im Kern geht es um die Frage, ob Bundesrecht die Klagen nach einzelstaatlichem Recht ausschließen muss.

„Eine Jury in Missouri hat eine Krebswarnung vorgeschrieben, die die EPA nicht verlangt", erklärte Clement vor dem Supreme Court. Diese zusätzliche Anforderung sei rechtlich unzulässig. Würden die Vorgaben des Kongresses ignoriert, drohe eine „erdrückende Haftung" – und Landwirte, die auf zugelassene Pestizide angewiesen sind, würden in ihrer Arbeit untergraben.

Konkret verhandeln die Richter über die Berufung Bayers gegen ein Urteil aus Missouri. Dort wurden dem Kläger John Durnell 1,25 Millionen Dollar zugesprochen. Durnell macht geltend, durch jahrelangen Kontakt mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup an einem Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt zu sein.

Das Herzstück des Streits: Das US-Pestizidgesetz FIFRA

Im Mittelpunkt der juristischen Auseinandersetzung steht das US-Bundesgesetz FIFRA, das Verkauf und Kennzeichnung von Pestiziden reguliert. Bayer argumentiert, die US-Umweltschutzbehörde EPA habe wiederholt festgestellt, dass Glyphosat nicht krebserregend sei – und die Produktetiketten entsprechend ohne Warnhinweis genehmigt. Die Gegenseite hält dagegen: Das Etikett könne trotz EPA-Zulassung nach dem Recht des Bundesstaates Missouri als fehlerhaft angefochten werden.

Für Bayer-Aktionäre steht bei diesem Verfahren viel auf dem Spiel. Eine Entscheidung des Supreme Court zugunsten des Konzerns könnte einen echten Befreiungsschlag in der massiven Klagewelle bedeuten. Diese hatte Bayer 2018 mit der 63 Milliarden Dollar teuren Übernahme des Glyphosat-Entwicklers Monsanto geerbt – und belastet den Konzern seitdem erheblich.

Milliardenschwere Vergleiche und klare Ziele bis 2026

Bayer-Chef Bill Anderson hat sich das Ziel gesetzt, die Rechtsstreitigkeiten bis Ende 2026 signifikant einzudämmen. Im Februar dieses Jahres brachte der Konzern zudem einen neuen Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden Dollar auf den Weg, um Zehntausende aktuelle und künftige Klagen beizulegen. Die Strategie: juristische Risiken begrenzen, Planungssicherheit zurückgewinnen.

Ein Urteil des Supreme Court wird bis Ende Juni erwartet. Für Privatanleger, die Bayer-Aktien im Depot halten, bleibt der Ausgang des Verfahrens ein zentraler Kurstreiber. Ein positives Urteil könnte die seit Jahren unter dem Rechtsstreit leidende Aktie deutlich entlasten – ein negatives Ergebnis hingegen würde die Unsicherheit weiter verlängern.

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