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MAHA-Bewegung und Trump streiten über Glyphosat und Farm Bill

Zwei politische Schlachten um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat gefährden Trumps wichtige Koalition vor den Zwischenwahlen 2026.

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MAHA-Bewegung und Trump streiten über Glyphosat und Farm Bill

Die „Make America Healthy Again"-Bewegung (MAHA) gerät in offenen Konflikt mit Präsident Donald Trump und der republikanischen Kongressmehrheit. Auslöser sind eine Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof der USA sowie ein umstrittener Gesetzentwurf zur Agrarpolitik – der sogenannte „Farm Bill" – der diese Woche im Repräsentantenhaus behandelt wird. Im Mittelpunkt beider Auseinandersetzungen steht das Herbizid Glyphosat, der Wirkstoff in Bayers Unkrautvernichter Roundup.

Der Supreme Court hält am Montag eine Anhörung ab, um zu klären, ob Bundesrecht Klagen auf Ebene der Einzelstaaten ausschließt. In diesen Klagen behaupten Kläger, dass Glyphosat Krebs verursache und dass Bayer sowie der frühere Hersteller Monsanto – den Bayer 2018 übernahm – es versäumt hätten, Verbraucher ausreichend zu warnen. Die US-Regierung wird vor Gericht zugunsten von Bayer argumentieren und in einem „Amicus Curiae"-Schriftsatz darlegen, dass der „Federal Insecticide, Fungicide and Rodenticide Act" solche Klagen wegen mangelnder Warnung ausschließt. Ohne diesen Vorrang des Bundesrechts, so das Argument, müssten Hersteller einen Flickenteppich aus 50 verschiedenen staatlichen Kennzeichnungsanforderungen erfüllen.

Die US-Umweltschutzbehörde EPA stuft Glyphosat nicht als krebserregend ein und verlangt keine entsprechende Kennzeichnung. Dennoch haben zahlreiche Einzelpersonen erfolgreich geklagt. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. erzielte 2018 in einem solchen Fall fast 290 Millionen Dollar für einen Kläger – eine Tatsache, die die aktuelle Positionierung der Trump-Regierung besonders brisant macht.

Spannungen innerhalb der republikanischen Koalition

Die MAHA-Bewegung, eine Koalition von Aktivisten für gesunde Lebensmittel und gegen den Einsatz von Chemikalien, hatte maßgeblich dazu beigetragen, Trump zurück ins Weiße Haus zu bringen. Nachdem ihr bevorzugter Präsidentschaftskandidat Kennedy aus dem Wahlkampf ausgeschieden war und Trump unterstützt hatte, schloss sich die Bewegung dem MAGA-Lager an. Glyphosat ist das am häufigsten verwendete Herbizid in den USA und für viele landwirtschaftliche Betriebe unverzichtbar – ein Umstand, der die Interessen der Agrarindustrie direkt mit denen der MAHA-Aktivisten kollidieren lässt.

Bereits im Februar kam es zu einem Beinahe-Bruch, als Trump ein Dekret zur Förderung der heimischen Glyphosatproduktion unterzeichnete. Kennedy musste damals eingreifen, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Nun droht eine erneute Eskalation: Der „Farm Bill" enthält eine Bestimmung, die es Bundesstaaten und Gerichten untersagen würde, Unternehmen zu bestrafen oder haftbar zu machen, wenn sie Kennzeichnungsanforderungen nicht erfüllen, die über die von der EPA genehmigten Vorgaben hinausgehen.

Der Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses im Repräsentantenhaus, G. T. Thompson (Republikaner aus Pennsylvania), wies die Kritik der MAHA-Anhänger scharf zurück. Diese seien „emotionsgesteuert" und sollten sich „Zeit nehmen, den Gesetzentwurf zu lesen". Thompson argumentierte, der Entwurf lasse den Bundesstaaten die Möglichkeit, Etiketten zu ändern, sofern dies über die EPA abgewickelt werde. MAHA-Vertreterin Ryerson nannte es hingegen „äußerst abscheulich", als emotional bezeichnet zu werden, und bestand darauf, dass der Entwurf tatsächlich einen Haftungsschutz für Pestizidhersteller enthalte.

Politische Konsequenzen für die Zwischenwahlen 2026

Mit den Zwischenwahlen 2026 weniger als sieben Monate entfernt und sinkenden Umfragewerten für Trump könnte der Zusammenhalt der Koalition entscheidend sein. Die Republikaner kämpfen darum, ihre knappen Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses zu halten. Ryerson warnte, dass die wachsende Frustration innerhalb der MAHA-Bewegung gefährliche Folgen haben könnte – nicht unbedingt in Form von Wechselwählern zu den Demokraten, sondern durch Wahlenthaltung. „Was beide Parteien beunruhigen sollte, ist, dass die Wahrscheinlichkeit nicht darin besteht, dass die Menschen in der MAHA-Bewegung so frustriert sind, dass sie einen Demokraten wählen, sondern dass sie einfach gar nicht wählen", sagte sie.

Die Demokraten wittern unterdessen eine Chance, MAHA-Wähler für sich zu gewinnen. Abgeordnete Pingree wird gemeinsam mit Ryerson an einer Kundgebung vor der Anhörung am Obersten Gerichtshof teilnehmen und dafür plädieren, das Klagerecht zu erhalten. Auch der republikanische Abgeordnete Thomas Massie aus Kentucky, der einen Änderungsantrag zur Streichung der Pestizid-Bestimmung aus dem Farm Bill unterstützt, wird dabei sein.

Das Weiße Haus scheint die politische Gefahr zu erkennen. Es lud Anfang des Monats eine Gruppe von MAHA-Vertretern zu einem Treffen mit hochrangigen Beamten ein. Ryerson, die daran teilnahm, bezeichnete das Treffen als produktiv – warnte jedoch, dass dies möglicherweise nicht ausreiche, um die Bewegung im MAGA-Lager zu halten. Die kommenden Tage dürften zeigen, wie belastbar das Bündnis zwischen Trump und MAHA tatsächlich ist.

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