AstraZeneca-Aktie unter Druck: Brustkrebsmedikament verfehlt Studienziel
Phase-3-Studie zu Etcamah enttäuscht – Aktie fällt nachbörslich um drei Prozent.
Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca hat einen Rückschlag bei der Entwicklung seines Brustkrebsmedikaments Etcamah hinnehmen müssen. Wie das Unternehmen am Freitag bekannt gab, verfehlte das Medikament in einer klinischen Phase-3-Studie das primäre Ziel. Die Nachricht belastete den Aktienkurs des Unternehmens spürbar.
In der Studie wurde Etcamah in Kombination mit dem Wirkstoff Palbociclib bei zuvor unbehandelten Patienten mit einer fortgeschrittenen Form von Brustkrebs getestet. Das primäre Ziel der Untersuchung war die Verbesserung des progressionsfreien Überlebens. Dieses Ziel wurde jedoch nicht erreicht.
Laut AstraZeneca zeigte die Kombination lediglich eine rein numerische Verbesserung, die statistisch nicht signifikant war. Damit konnte das definierte Studienziel nicht erfüllt werden. Die vollständigen Daten der Studie sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.
Reaktion an den Märkten
Die enttäuschende Nachricht schlug sich unmittelbar im Aktienkurs nieder. Die in den USA notierten Papiere von AstraZeneca (AZN) gaben im nachbörslichen Handel um etwa drei Prozent nach. Anleger reagierten damit verunsichert auf den Rückschlag in der wichtigen Phase-3-Testung.
Während Investing.com den Fokus auf die enttäuschten Erwartungen der Anleger legt, unterstreicht Investor's Business Daily, dass das Scheitern in der entscheidenden Phase-3-Testung unerwartet kam. Die Nachricht traf die Investoren damit weitgehend überraschend.
Komplexe regulatorische Lage
Trotz dieses Rückschlags bleibt die regulatorische Situation für Etcamah komplex. Erst in der vergangenen Woche hatte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA eine beschleunigte Zulassung für Etcamah in Kombination mit bestimmten zielgerichteten Krebstherapien erteilt. Dabei handelt es sich um sogenannte CDK4/6-Inhibitoren.
Diese beschleunigte Zulassung zeigt, dass die FDA weiterhin Potenzial in dem Medikament sieht. Der aktuelle Rückschlag in der Phase-3-Studie könnte jedoch Auswirkungen auf die weitere kommerzielle Entwicklung haben. Anleger sollten die kommenden Datenveröffentlichungen genau im Auge behalten.
Für den deutschen Markt ist AstraZeneca ein bedeutender Akteur im Bereich der Onkologie. Das Unternehmen forscht intensiv an neuen Therapieansätzen gegen Brustkrebs, eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Der jetzige Rückschlag zeigt einmal mehr, wie riskant und langwierig die Entwicklung neuer Krebsmedikamente ist.
Die vollständigen Studiendaten werden mit Spannung erwartet. Sie könnten Aufschluss darüber geben, ob Etcamah in bestimmten Patientengruppen oder unter veränderten Bedingungen doch noch wirksam sein könnte. Bis dahin bleibt die Aktie von AstraZeneca unter dem Eindruck der enttäuschenden Nachricht.
