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Asiatische Märkte erholen sich – Fed signalisiert Zinspause

Fed-Notenbanker Waller dämpft Zinserhöhungsängste – Fokus liegt auf US-Arbeitsmarktdaten

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Asiatische Märkte erholen sich – Fed signalisiert Zinspause

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag eine kräftige Erholung gezeigt, angetrieben von positiven Vorgaben aus den USA und einer deutlichen Verschiebung der Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve. Im Mittelpunkt steht nun der bevorstehende US-Arbeitsmarktbericht, der als wegweisend für den weiteren Zinspfad der Fed gilt.

Auslöser der Stimmungsaufhellung waren Äußerungen von Fed-Gouverneur Christopher Waller. Bei einer Veranstaltung von Reuters NEXT Newsmaker signalisierte Waller eine eher taubenartige Haltung und verwies auf jüngste Daten, die auf eine nachlassende Inflation hindeuten. Er erklärte ausdrücklich, dass er bei der nächsten Sitzung für stabile Zinsen plädieren würde, falls weitere Berichte die Anzeichen für nachlassenden Preisdruck bestätigen. Diese Intervention beruhigte die zuvor angespannten Anleihemärkte merklich.

Markterwartungen drehen deutlich

Die Marktteilnehmer reagierten umgehend. Laut CME FedWatch-Daten sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf rund 50 Prozent, nachdem sie einen Tag zuvor noch bei 63 Prozent gelegen hatte. Diese Abkühlung der Zinserhöhungsängste gab insbesondere Technologieaktien Auftrieb, die besonders sensibel auf Zinserwartungen reagieren.

In Asien legte der japanische Nikkei 225 um 1,3 Prozent zu, wobei die SoftBank Group um über 10 Prozent sprang. Südkoreas KOSPI gewann 1,6 Prozent, gestützt von Kursgewinnen bei Samsung Electronics und SK Hynix. Der Hang Seng in Hongkong stieg um fast 2 Prozent, angeführt von den chinesischen Tech-Giganten Alibaba und Baidu. Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Technologiesektor durch die Vorstellung von OpenAIs neuem Modell GPT-6 Astra, die den Optimismus hinsichtlich des Tempos der KI-Entwicklung befeuerte.

Japanischer Yen belastet Tokioter Börse

Trotz der regionalen Gewinne blieb der japanische Yen ein Belastungsfaktor für japanische Aktien. Die Währung hat sich im Wochenverlauf um rund 2,6 Prozent verteuert, getrieben von der wachsenden Marktüberzeugung, dass die Bank of Japan auf ihrer Septembersitzung die Zinsen anheben könnte. Der Dollar fiel auf 156,32 Yen. Analysten führen die Yen-Stärke sowohl auf spekulative Positionierungen als auch auf die Erwartung einer möglicherweise hawkischen Wende der BOJ zurück.

In China hingegen zeigten sich der Shanghai Composite und der CSI 300 als regionale Ausreißer und schlossen leicht im Minus.

Fokus auf US-Arbeitsmarktbericht

Die Investoren warten nun gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht für August. Die Erwartungen liegen bei einem moderaten Anstieg von 56.000 neuen Stellen, nachdem im Vormonat ein überraschender Rückgang von 23.000 Stellen verzeichnet worden war. Die Arbeitslosenquote soll voraussichtlich stabil bei 4,1 Prozent bleiben. Analysten beobachten die Daten genau, um zu sehen, ob sie mit Wallers Einschätzung eines stabilen Arbeitsmarktes übereinstimmen.

Ein schwächer als erwartet ausfallender Bericht könnte die Argumente für eine Zinspause der Fed weiter stärken, während ein starkes Ergebnis die Befürchtungen weiterer Zinserhöhungen neu entfachen könnte.

Anleihemärkte atmen auf

Die Anleihemärkte fanden Entlastung, während sich die Renditekurve bull-steepened. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, die kürzlich Mehrjahreshochs erreicht hatte, fiel auf 4,768 Prozent. Zweijährige Renditen hielten sich bei 4,3348 Prozent und entfernten sich damit weiter von ihrem 20-Monats-Hoch von 4,4102 Prozent.

Trotz dieser Entspannung bleiben Inflationsrisiken ein anhaltendes Thema. Die Ölpreise notieren weiterhin auf erhöhtem Niveau, mit Brent-Rohöl über 95 Dollar pro Barrel, was einem Wochenplus von rund 7 Prozent entspricht. Diese Volatilität wird auf anhaltende geopolitische Spannungen und Unsicherheiten hinsichtlich der Energieflüsse durch die Straße von Hormus zurückgeführt, da Fortschritte in den US-iranischen diplomatischen Bemühungen weiterhin ausbleiben.

Analysten sehen datenabhängige Fed

JPMorgan-Analysten merkten an, dass Wallers Rede effektiv gegen die hawkishen Argumente vorgehe, die kürzlich von Fed-Chef Warsh vorgebracht wurden. Sie deuteten an, dass die Hürde für Daten, die die Mehrheit der Fed beeinflussen könnten, zwar hoch bleibe, das aktuelle Umfeld jedoch zunehmend datenabhängig sei.

Während der Markt auf die Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten wartet, unterstreicht die Kombination aus abkühlenden Zinserhöhungswetten, einem nachgebenden US-Dollar und einer Rally bei Risikoanlagen die hohe Bedeutung der bevorstehenden Wirtschaftsdaten. Gold bleibt ein interessanter Ankerpunkt und notiert bei 4.470 Dollar je Unze, nachdem es um 2 Prozent gestiegen war – ein Zeichen für die anhaltende Suche nach sicheren Häfen inmitten globaler wirtschaftlicher Unsicherheit.

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