ANZEIGE

Asiatische Währungen uneinheitlich: Yen schwach, Yuan auf Rekordhoch

Der Yen bleibt trotz BoJ-Zinserhöhung unter Druck, während der Yuan nahe einem 3,5-Jahres-Hoch notiert.

2 Min
Asiatische Währungen uneinheitlich: Yen schwach, Yuan auf Rekordhoch

Die asiatischen Währungsmärkte zeigten sich am Dienstag uneinheitlich, während der US-Dollar weitgehend stabil blieb. Im Zentrum des Marktgeschehens stehen weiterhin die japanische Geldpolitik sowie die bemerkenswerte Stärke des chinesischen Yuan. Anleger in Deutschland und Europa sollten die Entwicklungen genau verfolgen, da sie direkte Auswirkungen auf Exporte und Kapitalströme haben können.

Yen bleibt trotz Zinserhöhung unter Druck

Der japanische Yen bleibt trotz einer Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ) um 25 Basispunkte im September unter Druck. Laut Chang Wei Liang, Stratege bei DBS, gilt die Währung weiterhin als deutlich unterbewertet. Die Märkte reagierten enttäuscht auf die mangelnde Bereitschaft der BoJ, ein schnelleres Straffungstempo zu signalisieren, zumal die Entscheidung im September nicht einstimmig fiel.

Ein Feiertag in Japan sorgte am Dienstag für dünne Handelsvolumina, was die Kursbewegungen zusätzlich verstärkte. Allerdings begrenzte das Risiko staatlicher Interventionen die Verluste des Yen. Japan verfügt über erhebliche Devisenreserven von rund einer Billion US-Dollar, was den Behörden laut Experten einen großen Spielraum für Stützungsmaßnahmen verschafft. Sollte der Yen weiter abrutschen, könnten die japanischen Währungsbehörden jederzeit eingreifen.

Yuan nahe Mehrjahreshoch

Der chinesische Yuan notiert derweil nahe einem 3,5-Jahres-Hoch gegenüber dem Dollar. Diese Stärke wird durch eine fester als erwartet ausgefallene tägliche Festsetzung des Mittelkurses durch die People's Bank of China (PBOC) gestützt, die den Kurs auf 6,7459 pro Dollar festlegte. Analysten werten die Zulassung einer schnelleren Aufwertung als Signal für eine höhere Toleranz der Zentralbank.

Die Entwicklung fällt in eine politisch sensible Phase: Im Vorfeld des Treffens zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und dem US-Präsidenten Donald Trump sendet Peking damit ein Signal der Stärke. Bei dem Gipfel sollen Themen wie Handel, Künstliche Intelligenz und geopolitische Spannungen erörtert werden. Ein stärkerer Yuan könnte als Verhandlungsmasse dienen.

Uneinheitliche Entwicklung in der Region

Andere asiatische Währungen reagierten unterschiedlich auf die aktuelle Marktlage. Der südkoreanische Won verzeichnete einen deutlichen Anstieg. Der australische Dollar wartet derweil auf die Aussagen von RBA-Gouverneurin Michele Bullock, von der ein falkenhafter Ton erwartet wird. Die Märkte preisen eine Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent für eine Zinserhöhung in der kommenden Woche ein.

Der neuseeländische Dollar legte zu, nachdem Gouverneurin Anna Breman vor den inflationären Folgen steigender Ölpreise gewarnt hatte. Die indonesische Rupiah steht dagegen unter Druck, belastet durch höhere Energiekosten und politische Unsicherheiten nach der Kabinettsumbildung durch Präsident Prabowo Subianto.

Die indische Rupie blieb stabil, unterstützt durch Maßnahmen zur Stärkung der Zahlungsbilanz. Als kritische Variable für die Importkosten des Landes werden die Ölpreise beobachtet, die aufgrund der Spannungen im Nahen Osten und der UN-Generalversammlung unter erhöhter Aufmerksamkeit stehen.

YenYuanAsiatische WährungenBojPBOCDevisenmarktZinserhöhung

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Jugendarbeitslosigkeit in China steigt im August auf 18,9 Prozent
  3. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  4. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  5. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien

Disclaimer