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Anthropic meldet Umsatzsprung von 45 Prozent vor geplantem Börsengang

Der KI-Entwickler steigert den Umsatz im Dreimonatszeitraum bis Ende September auf 8 Milliarden US-Dollar und ebnet den Weg für den Börsengang.

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Anthropic meldet Umsatzsprung von 45 Prozent vor geplantem Börsengang

Der KI-Entwickler Anthropic hat einem Briefing für potenzielle Investoren zufolge seinen Umsatz im Dreimonatszeitraum bis Ende September um 45 Prozent auf 8 Milliarden US-Dollar (12,7 Mrd. Pfund) gesteigert. Wie die BBC erfahren hat, gab das Unternehmen hinter dem KI-Assistenten Claude die Zahlen am Mittwoch bekannt, während es den Weg für einen Börsengang ebnet, der voraussichtlich noch vor Jahresende stattfinden wird. Ein Sprecher von Anthropic lehnte eine Kommentierung der Angaben ab.

Die Zahlen fallen in eine Phase erheblicher Nervosität an den Technologiemärkten. Einige Technologieaktien, darunter Firmen, die Chips und andere Hardware für Rechenzentren herstellen, sind in den vergangenen Tagen gefallen. Auslöser hierfür sind Bedenken hinsichtlich der vielen Milliarden Dollar, die in die KI-Infrastruktur investiert werden.

Die Details

Bei der Veranstaltung in seinem Hauptsitz in San Francisco soll Anthropic den Investoren zudem mitgeteilt haben, dass es im zweiten Quartal in Folge einen Gewinn erzielt hat. Die Einnahmen des Unternehmens sind in den aufeinanderfolgenden Quartalen dieses Jahres gestiegen, von 7 Milliarden US-Dollar in den ersten drei Monaten auf 6 Milliarden US-Dollar im darauffolgenden Zeitraum. Die Umsatzzahlen von Anthropic sowie die seiner Konkurrenzfirma OpenAI gelten als wichtiger Indikator für das Wachstum der KI-Branche und ihre Fähigkeit, die Infrastruktur zu finanzieren, die zur Entwicklung der Technologie erforderlich ist.

An den Märkten zeigte sich am Mittwoch ein deutliches Bild der Verunsicherung. Aktien einiger US-Technologieunternehmen fielen aufgrund von Bedenken bezüglich der Investitionen in KI. Die Kurse von Chip-Herstellern – darunter AMD, Nvidia und Intel – sanken deutlich. In Asien fiel die Aktie des japanischen Tech-Investmentunternehmens Softbank am Donnerstagmorgen um mehr als 9 Prozent. Auch die südkoreanischen Halbleiterriesen lagen im Minus: Samsung verlor 9,4 Prozent, SK Hynix 10,8 Prozent.

Die technologiebetonten Indizes in der Region waren ebenfalls rückläufig. Der Handel an der südkoreanischen Kospi und Kosdaq wurde vorübergehend ausgesetzt, nachdem diese um mehr als 8 Prozent gefallen waren, während Japans Nikkei 225 um über 5 Prozent einbrach. Die Verluste vertieften sich nach den am Mittwoch veröffentlichten Inflationsdaten der USA, die zeigten, dass die Preisanstiege im September stärker beschleunigt waren als erwartet. Investoren befürchten, dass eine höhere Inflation dazu führen könnte, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Kreditkosten eher anhebt.

Auslöser der jüngsten Kursbewegungen waren auch Äußerungen von Hock Tan, dem Chief Executive des US-Technologieherstellers Broadcom. Tan sagte am Montag auf einer Konferenz in Singapur, dass viele Anleger „keine Ahnung“ hätten und „extreme Erwartungen gesetzt hätten, um dann festzustellen, dass es fast so sei, als befänden sie sich in einem Casino“.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 13.08.2026 berichtete aktien.news, dass Anthropic beim geplanten Börsengang im Oktober mit einer Bewertung von 2 Billionen US-Dollar oder mehr debütieren könnte. Das berichtete die Financial Times unter Berufung auf ein halbes Dutzend Investoren des Unternehmens. Eine solche Bewertung würde Anthropic an SpaceX vorbeischieben und den größten Börsengang aller Zeiten markieren.

Am 19.09.2026 meldete aktien.news, dass Investoren zunehmend skeptisch sind, ob das Unternehmen sein außergewöhnliches Wachstumstempo halten kann. Konkurrenz durch OpenAI, preissensible Kunden und grundsätzliche Fragen zur Zukunft der Künstlichen Intelligenz überschatteten den geplanten IPO. Die annualisierten Umsätze von Anthropic stiegen im Juli auf 65 Milliarden US-Dollar; Unterstützer prognostizierten, dass sie bis Jahresende 120 Milliarden US-Dollar übersteigen würden. Derzeit wurde das Unternehmen auf 965 Milliarden US-Dollar bewertet.

Ebenfalls am 29.09.2026 berichtete aktien.news, dass ein Angebot bis November erwartet wird und Anthropic der Nachrichtenagentur Reuters im Vorfeld des Börsenstarts einige Schlüsselkennzahlen mitteilte. Demnach stieg der Umsatz im Jahr 2025 um mehr als 1.000 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar, zugleich meldete das Unternehmen einen Nettoverlust von 42 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Von diesem Nettoverlust entfielen 34 Milliarden Dollar auf eine bilanzielle Belastung. Ein weiterer Bericht vom 29.09.2026 verwies auf den IPO-Prospekt, der eine Bewertung von rund 2 Billionen US-Dollar nahelegt – für deutsche Leser entspricht dies 2.000 Milliarden Dollar.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger sind die Zahlen aus San Francisco vor allem ein Signal für die Verfassung der gesamten KI-Branche. Die Umsatzentwicklung von Anthropic und OpenAI liefert einen Maßstab dafür, ob die enormen Investitionen in Rechenzentren und Chips durch tatsächliche Erlöse gedeckt werden können. Die jüngsten Kursverluste bei AMD, Nvidia, Intel, Softbank, Samsung und SK Hynix zeigen, wie sensibel der Markt auf Zweifel an dieser Rechnung reagiert.

Gleichzeitig bleibt die Bewertungsfrage offen. Die in den Archivberichten genannten Erwartungen reichen von 965 Milliarden US-Dollar bis zu 2 Billionen US-Dollar – eine Spanne, die die Unsicherheit über das tatsächliche Wachstumstempo widerspiegelt. Hinzu kommt der Hinweis von Anthropic-Chef Dario Amodei, der eine Verlangsamung des Entwicklungstempos forderte. Auch OpenAI-Chef Sam Altman erklärte im September, sein Unternehmen werde in diesem Jahr nicht an die Börse gehen, solange es sich mit den Sicherheitsbedenken bezüglich der Technologie auseinandersetzt. Diese Aussagen sind keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung, sondern zeigen, wie stark regulatorische und sicherheitsbezogene Fragen den Sektor prägen.

Ausblick

Der Börsengang von Anthropic wird voraussichtlich noch vor Jahresende stattfinden; ein früherer Bericht von aktien.news nannte ein Angebot bis November. OpenAI strebt ebenfalls einen Börsengang an, der das Unternehmen voraussichtlich auf einen Wert von mehr als 1 Billion US-Dollar bewerten wird – nach Altmans Aussage jedoch nicht in diesem Jahr. Anthropic hat unterdessen seine globale Expansion fortgesetzt und am Mittwoch ein Büro in Singapur eröffnet. Wie sich die Inflation in den USA und die daraus folgenden Zinserwartungen entwickeln, dürfte den weiteren Verlauf an den Technologiemärkten mitbestimmen.

Kurz erklärt

  • Börsengang (IPO): Der erstmalige Verkauf von Aktien eines Unternehmens an der Börse, durch den es Kapital von der Öffentlichkeit aufnimmt.
  • Bewertung: Der rechnerische Marktwert eines Unternehmens, der sich aus Aktienkurs und Anzahl der Anteile ergibt.
  • Rechenzentrum: Eine Einrichtung mit vielen Servern, in der die Rechenleistung für Anwendungen wie KI-Modelle bereitgestellt wird.
  • Inflation: Der allgemeine Anstieg der Verbraucherpreise, der die Kaufkraft des Geldes verringert.
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