TSMC erzielt sechsten Rekordgewinn in Folge dank KI-Boom
Der taiwanische Chipfertiger übertrifft mit einem Nettogewinn von NT$763,1 Milliarden die Erwartungen und profitiert vom globalen KI-Boom.

Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) hat im dritten Quartal einen Rekordgewinn erzielt und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der weltweit größte Auftragsfertiger von Halbleitern profitierte dabei vom unermüdlichen globalen Verlangen nach KI-Chips. Der Nettogewinn stieg im berichteten Quartal um 68,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf NT$763,1 Milliarden.
Damit verzeichnet das Unternehmen bereits im sechsten Quartal in Folge einen rekordhohen Nettogewinn. Auch beim Umsatz übertraf TSMC die Schätzungen: Der Umsatz belief sich auf NT$1,49 Billionen (46,36 Milliarden US-Dollar) und lag damit über den erwarteten NT$1,47 Billionen. Die Zahlen wurden am Donnerstag veröffentlicht.
Die Ergebnisse übertrafen die LSEG SmartEstimates, die stärker auf Prognosen von Analysten gewichtet sind, die konsistenter genau sind. Beim Nettogewinn lag TSMC mit NT$763,1 Milliarden deutlich über den erwarteten NT$746,34 Milliarden.
Die Details
Besonders bemerkenswert ist die operative Marge von TSMC im dritten Quartal. Sie lag bei 58,7 Prozent und übertraf damit die Obergrenze des eigenen Leitdiagramms von 58 Prozent. Dies unterstreicht die Preismacht des Unternehmens, da der KI-Boom die Nachfrage nach Halbleitern antreibt.
Nach Technologie betrachtet entfiel im dritten Quartal der größte Anteil des Umsatzes auf 3-Nanometer-Chips mit 33 Prozent. Danach folgten 5-Nanometer- und 7-Nanometer-Chips. Nach Plattform betrachtet entfiel der größte Umsatzanteil auf High-Performance Computing mit 68 Prozent, gefolgt von Smartphones mit 21 Prozent.
Der Automobilsektor war das am schnellsten wachsende Segment im Quartalsvergleich mit einer Wachstumsrate von 23 Prozent. Der freie Cashflow des Unternehmens stieg im dritten Quartal auf NT$476,56 Milliarden, verglichen mit NT$139,38 Milliarden vor einem Jahr. Der Verwaltungsrat von TSMC genehmigte zudem eine Bardividende von NT$7,00 für das zweite Quartal.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die aktuellen Zahlen setzen eine Serie fort, über die aktien.news bereits mehrfach berichtet hat. Bereits am 13.04.2026 berichtete aktien.news, dass Analysten für den Zeitraum Januar bis März einen Anstieg des Nettogewinns um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erwarteten. Es wäre das vierte Quartal in Folge mit einem Rekordergebnis gewesen. Laut einem von LSEG SmartEstimate zusammengestellten Konsens aus den Prognosen von 19 Analysten sollte der Nettogewinn bei T$542,6 Milliarden (rund 17,1 Milliarden US-Dollar) liegen.
Am 16.07.2026 meldete aktien.news, dass TSMC im zweiten Quartal einen Rekordgewinn erzielt hatte. Der Nettogewinn stieg auf T$706,56 Milliarden (rund 21,98 Milliarden US-Dollar) – ein Plus von 77,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Bloomberg-Schätzungen von T$623,73 Milliarden wurden damit deutlich übertroffen. Es war bereits das fünfte Quartal in Folge mit einem Rekordgewinn. Auch beim Umsatz setzte der weltgrößte Auftragsfertiger neue Maßstäbe: Mit T$1,27 Billionen (rund 39 Milliarden US-Dollar) legte der Quartalsumsatz um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.
Am 08.10.2026 berichtete aktien.news, dass TSMC im dritten Quartal die Markterwartungen übertroffen hatte. Die stark steigende Nachfrage nach KI-Chips trieb das Wachstum weiter an. Der Umsatz belief sich auf rund NT$1,49 Billionen (46,7 Milliarden US-Dollar), was einem Anstieg von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit übertraf TSMC die von Bloomberg befragten Analysten, die im Schnitt mit NT$1,46 Billionen gerechnet hatten. In einem weiteren Bericht vom selben Tag hieß es, der Umsatz sei auf umgerechnet 41,66 Milliarden Euro geklettert, während die eigene Prognose zuvor ein Plus von rund 40 Prozent auf 38,9 bis 40 Milliarden Euro vorgesehen hatte.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist TSMC ein zentraler Indikator für die Gesundheit des gesamten KI- und Halbleiterzyklus. Das Unternehmen fertigt Chips für nahezu alle großen Namen der Branche und gilt daher als Barometer für die Nachfrage nach fortschrittlichen Prozessoren, die in KI-Beschleunigern und Rechenzentren eingesetzt werden. Die anhaltende Serie von Rekordgewinnen deutet darauf hin, dass diese Nachfrage bislang nicht abreißt.
Bemerkenswert ist die operative Marge von 58,7 Prozent, die über der eigenen Prognose liegt. Sie zeigt, dass TSMC seine Preise durchsetzen kann, obwohl die Kapazitäten stark ausgelastet sind. Der deutlich gestiegene freie Cashflow von NT$476,56 Milliarden gegenüber NT$139,38 Milliarden im Vorjahr verschafft dem Konzern Spielraum für Investitionen und Ausschüttungen. Die genehmigte Bardividende von NT$7,00 für das zweite Quartal ist ein Signal an dividendenorientierte Anleger.
Zugleich bleibt die geografische Konzentration ein Faktor, den Anleger im Blick behalten sollten. TSMC baut seine Produktionspräsenz in den USA aus, was langfristig die Abhängigkeit von Taiwan verringern soll. Diese Investitionen binden jedoch erhebliches Kapital.
Ausblick
Während seiner Gewinnmitteilung im zweiten Quartal im Juli hatte TSMC Pläne zur Ausweitung seiner US-Produktionspräsenz dargelegt. Dazu zählt eine geplante Gesamtinvestition von 265 Milliarden US-Dollar in Arizona. Der Chip-Hersteller erwägt Berichten zufolge eine Erweiterung über Arizona hinaus und bewertet eine potenzielle Investition in Texas, um seine US-Produktionspräsenz weiter zu stärken.
Konkrete Termine für die nächsten Quartalszahlen nennt der Quelltext nicht. Klar ist jedoch, dass die Nachfrage nach fortschrittlichen Chips, die in KI-Beschleunigern und Rechenzentren eingesetzt werden, weiterhin als treibende Kraft gilt.
Kurz erklärt
- Auftragsfertiger: Ein Unternehmen, das Halbleiter im Auftrag anderer Firmen produziert, die selbst keine eigenen Fabriken betreiben.
- Operative Marge: Kennzahl, die den Gewinn aus dem operativen Geschäft ins Verhältnis zum Umsatz setzt.
- Freier Cashflow: Der Geldbetrag, der einem Unternehmen nach Abzug der Investitionen aus dem laufenden Geschäft verbleibt.
