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Anthropic-KI löst Crash bei Software-Aktien aus: 285 Milliarden Dollar vernichtet

Neues Automatisierungstool für Rechtsbereich schockt Märkte – Goldman Sachs Software-Index bricht um 6 Prozent ein

2 Min
Anthropic-KI löst Crash bei Software-Aktien aus: 285 Milliarden Dollar vernichtet

Die Angst vor künstlicher Intelligenz hat am Dienstag die Aktienmärkte erfasst. Ein neues KI-Tool von Anthropic löste einen massiven Ausverkauf aus, bei dem Anleger Software- und Finanzwerte im Volumen von 285 Milliarden Dollar abstießen. Der Grund: Die Befürchtung, dass KI-Systeme klassische Software-Lösungen überflüssig machen könnten.

Der von Goldman Sachs zusammengestellte Korb aus US-Softwareaktien verlor 6 Prozent – der stärkste Tagesverlust seit dem zollbedingten Crash im April. Ein Index für Finanzdienstleister gab sogar um fast 7 Prozent nach. Der Nasdaq-100 rutschte zwischenzeitlich um 2,4 Prozent ab, konnte das Minus zum Handelsschluss aber auf 1,6 Prozent begrenzen.

Auslöser der Panik war ein neues Plugin für den Chatbot Claude von Anthropic. Das Zusatzmodul ermöglicht es dem Sprachmodell, juristische Aufgaben zu übernehmen. Damit wächst die Sorge, dass KI-Lösungen traditionelle Business-Software verdrängen – die Grundlage vieler etablierter Geschäftsmodelle.

Analysten warnen vor verschärftem Wettbewerb

Morgan Stanley-Analysten um Toni Kaplan sehen in der Entwicklung ein klares Warnsignal. "Anthropic hat neue Funktionen für sein Coworking-Tool im Rechtsbereich eingeführt und damit den Wettbewerb verschärft", schrieben sie in einer Analyse zu Thomson Reuters. Der Anbieter von Geschäfts- und Rechtsinformationen gelte als besonders gefährdet. Die Experten bewerten die Entwicklung als "potenziell negativ".

Die Verkaufswelle schwappte am Mittwoch nach Asien über. Indische IT-Konzerne traf es besonders hart: Tata Consultancy Services verloren bis zu 6 Prozent, Infosys sogar 7,1 Prozent. In Sydney brachen die Aktien des Buchhaltungssoftware-Spezialisten Xero zeitweise um 16 Prozent ein – der größte Kursrutsch seit 2013.

Asiens breiterer Technologiesektor zeigte sich hingegen stabiler. Hardware-Hersteller und Chip-Produzenten, die vom KI-Boom profitieren, stützten die Indizes. Die Sorgen konzentrieren sich klar auf Software-Anbieter, deren Produkte durch KI ersetzt werden könnten.

Software-ETF auf Talfahrt

In Nordamerika gehörten Thomson Reuters und Legalzoom.com zu den größten Verlierern. Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF sackte um 4,6 Prozent ab – der sechste Verlusttag in Folge. Im Januar verzeichnete der ETF bereits einen Einbruch von 15 Prozent, den stärksten Monatsverlust seit 2008.

"In diesem Jahr entscheidet sich, ob Unternehmen zu den KI-Gewinnern oder -Opfern gehören", warnt Stephen Yiu, Chef-Investmentoffizier des Blue Whale Growth Fund. Seine Einschätzung: "Die wichtigste Fähigkeit wird sein, die Verlierer zu vermeiden. Solange sich der Staub nicht gelegt hat, ist es gefährlich, sich der KI in den Weg zu stellen."

Die Marktreaktion zeigt: Investoren nehmen die disruptive Kraft von KI-Technologie ernst. Unternehmen, deren Geschäftsmodelle auf klassischer Software basieren, stehen vor der Herausforderung, sich schnell anzupassen – oder Marktanteile zu verlieren.

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