US-Senatoren fordern Kartellprüfung von KI-Talentdeals bei Tech-Riesen
Warren, Wyden und Blumenthal drängen Behörden zur Untersuchung von Nvidia, Meta und Google wegen möglicher Wettbewerbsverstöße.

Drei demokratische US-Senatoren erhöhen den Druck auf Technologiekonzerne: Elizabeth Warren, Ron Wyden und Richard Blumenthal fordern die Federal Trade Commission (FTC) und das Justizministerium auf, milliardenschwere KI-Geschäfte von Nvidia, Meta und Google kartellrechtlich zu prüfen. Im Fokus stehen dabei ungewöhnliche Transaktionen, bei denen Tech-Giganten gezielt Spitzenkräfte von Start-ups abwerben, ohne die Unternehmen komplett zu übernehmen.
Die Senatoren bezeichnen diese Praxis als "Reverse Acqui-Hiring" und sehen darin eine Umgehung regulatorischer Kontrollen. In ihrem Schreiben an die Behörden warnen sie, dass diese Deals "als De-facto-Fusionen fungieren" und es den Konzernen ermöglichen, Talente, Informationen und Ressourcen zu konsolidieren. Die FTC und das DOJ sollten solche Geschäfte "sorgfältig prüfen und blockieren oder rückgängig machen", falls Kartellrechtsverstöße vorliegen.
Milliardenschwere Beispielfälle unter der Lupe
Konkret nennt der Brief drei prominente Transaktionen: Metas 14,3 Milliarden US-Dollar schwere Investition in Scale AI im Juni 2025, um CEO Alexandr Wang für die KI-Strategie zu gewinnen. Googles 2,4 Milliarden Dollar Lizenzvereinbarung mit Windsurf im Juli, die dem Suchmaschinenkonzern Schlüsselpersonal des KI-Codierungs-Start-ups einbrachte. Sowie Nvidias jüngster 20-Milliarden-Deal im Dezember zum Erwerb von Groq-Vermögenswerten und leitenden Führungskräften.
Diese Art von Geschäften könnte für Tech-Konzerne künftig deutlich schwieriger werden. Risikokapitalgeber und Experten hatten bereits gegenüber CNBC kritisiert, dass solche Deals oft Investoren und Mitarbeiter im Ungewissen lassen, während Gründer und KI-Führungskräfte fürstlich entlohnt werden. Die Senatoren argumentieren, dass letztlich nur die großen Technologieunternehmen profitieren, während der Wettbewerb behindert wird.
Regulatorischer Gegenwind nimmt zu
Der Brief der Senatoren folgt auf eine Ankündigung von FTC-Vorsitzendem Andrew Ferguson im Januar, wonach die Behörde diese Art von Transaktionen überprüfen werde. Ferguson hatte bereits signalisiert, dass die FTC feststellen wolle, ob Technologieunternehmen versuchen, regulatorische Prüfungen zu umgehen. Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung relevant, da verschärfte Kartellkontrollen die Expansionsstrategien der großen Tech-Konzerne beeinflussen und deren Aktienkurse bewegen könnten.
